
Das führt mir vor Augen, dass auch meine Schulzeit schon auf das letzte Sechstel zugeht. Und was kommt danach? Laut all der klugen Sprüche, die man manchmal zu hören bekommt, der „Ernst des Lebens“.
Ist das vielleicht der Grund dafür, dass Dinge, die für uns schon vor ein paar Jahren „total out“ waren, plötzlich wieder „voll toll“ sind?
„Biene Maja“, „Das Sandmännchen“, „Benjamin Blümchen“, „Ernie und Bert“ und wie sie alle heißen. Jedes Kind kennt sie und begeistert sich für ihre heitere Sonnenschein-Welt, bis man sich so langsam der Teenager-Phase nähert, in der sowieso alles „uncool“ ist, was man noch vor zwei, drei Jahren super fand. Das Prinzessinnen-Krönchen wird gegen Lip Gloss getauscht, „Bibi Blocksberg“-Kassetten gegen die ersten Pop- oder Rock-Alben. Tja. In diese Phase kommen wohl alle. Bei manchen äußern sich die Symptome heftiger, bei anderen eher weniger.
Und jetzt, mit dem „Ernst des Lebens“ in Sichtweite wünscht man sich plötzlich, wieder klein und sorglos zu sein, in der Grundschule das große Einmaleins vorwärts und das kleine Einmaleins rückwärts zu lernen, mittags nach Hause zu kommen, mit der Freundin „TKKG“ und „Die drei Fragezeichen“ zu hören und mit den Puppen „Vater-Mutter-Kind“ zu spielen, anstatt erst spät aus der Schule zu kommen, um in den eigenen vier Wänden noch ein bisschen mehr zu lernen.
Abends, wenn man endlich mehr oder weniger fertig mit Hausaufgaben und allem drum und dran ist und vor dem Fernseher die Beine ausstreckt, ist es für „Das Sandmännchen“ sicher schon viel zu spät. Da muss man sich schon eher mit „CSI Miami“ oder anderen Krimiserien begnügen.
Doch irgendwann hat man die Nase voll von diesen ganzen Pistolen schwingenden Cops und sehnt sich nach Shir Khan aus „Das Dschungelbuch“ und Cruella de Ville aus „101 Dalmatiner“, denn diese Art von Bösewicht lässt sich scheinbar so schön einfach beseitigen und alles ist wieder gut.
Alles ist wieder gut! Was für ein schöner Gedanke! Oder zumindest vergessen, dass nicht alles gut ist, und sich einfach mal wieder über niedliche, kindgerechte Witze kaputtlachen oder sich von Balus guter Laune anstecken lassen, wenn es heißt „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“. Und wenn Pippi Langstrumpf mit Tommi und meiner Namensvetterin Annika den „Spunk“ sucht kann man sich auch im gesetzten Alter von 16 Jahren das Grinsen nicht verkneifen.
Ach ja. Ich glaube, in jedem von uns schlummert ein Peter Pan. Ein Kind, das nicht erwachsen werden will, vor allem dann nicht, wenn wir es eigentlich müssen.
