Schüler präsentieren Geschäftsideen
Vor kurzem war in Bremen eine Messe für Schülerfirmen. Bei der Eröffnung um 10 Uhr morgens im Cinemaxx Bremen war schon die Eingangshalle voller Jugendlicher. Eine Schülerfirma – was ist das eigentlich? Von Isabelle Wiermann, 14 Jahre, Edith-Stein-Schule

Auf Messen für Schülerfirmen stellen die Schüler ihre Ideen vor. Wie Alexander – der in Hannover sein Pendel vorstellte, das über motorische Fähigkeiten der Testpersonen Aufschluss geben kann. Foto dpa
In vielen Schulen gibt es zum Beispiel Wahlpflichtkurse oder einen Schülerkiosk. Dafür können die Schüler in bestimmten Stunden oder in den Pausen arbeiten, die Einnahmen und Ausgaben verwalten, sich um Werbung kümmern, einkaufen und vieles mehr, je nach dem, in was für einer Schülerfirma sie denn arbeiten. Es gibt ganz verschiedene Ideen.
Kreativität ausleben
Auf der Messe reichte das Angebot von Essständen bis zu einer Band, die in einem der Kinosäle gespielt hat. Es werden auch Roboter gebaut, Dinge aus Holz, Textilien oder anderem Material angefertigt oder Jahrbücher erstellt, die dann an die Mitschüler verkauft werden. Manche haben ihre Schülerfirma erweitert, dass auch außerhalb der Schule verkauft wird. Bei einer Schülerfirma kann man also seiner Kreativität freien Lauf lassen. Geleitet werden sie meist durch einen Lehrer, der den Schülern einen Weg vorgibt oder sie selbst Vorschläge machen lässt. Anfangs ist das natürlich schwer, da man bestimmte Arbeiten erst mal lernen und natürlich das Material bezahlen muss. Nicht jede Schülerfirma bekommt ein „Startguthaben“ von der Schule. Dass die Firma im Nachhinein eingeht, weil Schüler die Schule auch irgendwann wieder verlassen, versucht man natürlich zu vermeiden. Manchmal werden Einstellungsgespräche geführt, oder die Schüler, die den Wahlpflichtkurs gewählt haben, werden eingeübt. „Unsere Firma gibt es jetzt schon so um die acht Jahre“, sagt ein Schüler an seinem Stand „Happy School Company“. Sie haben drei Verschiedene Abteilungen – es werden Dekogegenstände aus Metall angefertigt und verkauft, wie die Flamingos, die mit auf die Messe gebracht wurden, es werden Deko- und Kunstgegenstände wie selbstgemalte Bilder verkauft und es gibt eine Bistro-Abteilung, in der Snacks wie Waffeln, Kuchen, Hotdogs und Schnitzelbrötchen angeboten werden. „Mit dem Bistro verdienen wir am meisten, mit den Metallgegenständen eher weniger“, sagt er.
Da fragt man sich doch, ob das alles nach mehreren Jahren noch Spaß macht. „Ja und nein“, war meist die Antwort der Befragten. „Nicht mehr. Am Anfang war es interessanter.“ Allerdings sind auch hierbei die Meinungen verschieden. Vielen Schülern macht ihre Arbeit immer noch Spaß, vor allem, wenn sie abwechslungsreicher ist, wie zum Beispiel designen und bauen. Doch nicht jeder Schüler macht das Gleiche. In einem Kiosk zum Beispiel müssen die Finanzen verwaltet, verkauft, eingekauft, Werbung geschaltet und saubergemacht werden. Um das alles kann sich nicht jeder einzelne Schüler im Team kümmern. Es gibt Abteilungen für die verschiedenen Aufgaben. Die Schüler dürfen ihre Abteilung selbst wählen, je nachdem, wo ihre Stärken liegen. Die Stände auf der Messe waren jedoch nicht alles Schülerfirmen – auch gab es Stände von zum Beispiel „Job4U“ und „AFZ“, in dem sich die anwesenden Schüler über ihre Zukunft informieren konnten. Es werden Ausbildungsberufe vorgestellt und für Ausbildungen im öffentlichen Dienst in der Stadt Bremen geworben.
Man konnte als Besucher nicht nur einkaufen und gucken, wie andere mit ihren Schülerfirmen umgehen, sondern sich auch gleich ein paar Gedanken über die Zukunft machen. Denn wer weiß, vielleicht möchte man ja auch später mal in diesem Bereich arbeiten…