Ein Tierfreund ist zufrieden, wenn ein Tier auf seinem Schoß sitzt und er das weiche Fell zwischen seinen Fingern und die Wärme des Lebewesens auf den Schenkeln fühlt. Ein Sportler ist zufrieden, wenn er eine gute Leistung erbracht hat. Ein Arzt ist zufrieden, wenn er seinen Patienten helfen konnte, ein Lehrer, wenn seine Schüler gute Noten erreichen. Kurz gesagt: Wenn ein Mensch Glücksmomente erlebt, ist er zufrieden.
Wie findet ein Mensch Zufriedenheit, der sich nicht durch besondere Fähigkeiten auszeichnet? Manch einer schwört auf ein einfaches Rezept: Mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen und auf die Glücksmomente achten lernen. Wenn täglich Glück empfunden wird, steigert sich die Zufriedenheit automatisch. Auch wenn es Unterschiede zwischen Glück und Zufriedenheit gibt, so stehen diese beiden Begriffe trotzdem sehr oft in Verbindung zueinander.
Glück ist das, was wir im Hier und Jetzt erleben, die Zufriedenheit kann viel länger andauern. Sie ist das, was uns im Gedächtnis bleibt. Wie genau man Zufriedenheit findet, das kann wahrscheinlich niemand wirklich sagen. Durch Erfolg vielleicht, Freundschaft, ein ruhiges Leben.
Doch warum gibt es so viel Unzufriedenheit, wenn es doch so einfach scheint, zufrieden zu sein? Stecken die Unzufriedenen ihre Ziele zu hoch? Übersehen sie die kleinen Glücksmomente, die das Leben uns täglich bietet?
Vielleicht stimmt es, dass Zufriedenheit nur eine Bilanz von Glücksmomenten ist, doch sie hat auch einen sehr großen Vorteil: Während vollkommenes Glück ein selten erreichbares Ideal ist, kann die vollkommene Zufriedenheit durch viele kleine, schöne Dinge ausgelöst werden.
