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Punker-Puppen zechen im Abrisshaus

Debstedt. Viele Männer beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit dem Bau von maßstabsgetreuen Modelleisenbahnen oder Schiffs- und Flugzeugmodellen. Für Frauen scheint die Puppenstubenwelt reserviert zu sein. Manchmal wird aber auch der männliche Partner von der Faszination des Puppenhauses angesteckt, wenn Frau dieses Hobby pflegt.

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Hoch die Tassen: Mit viel Liebe zum Detail hat die Bastlerin diese Puppenstube mit zwei Punkern inszeniert, die sich in einem abbruchreifen Gemäuer kräftig die Kante geben. Foto pru

Im Heimatmuseum Debstedt zeigten 14 Ausstellerinnen ihre Schätzchen in ihren Miniaturwelten, so wie es die Alltagssituationen vorgeben. Oftmals geht dabei der Blick zurück in Zeiten, als es noch herrschaftliche Gesellschaften gab mit der Dame des Hauses und ihrer Dienerschaft. Kaufmannsläden mit dem Angebot der frühen Kolonialwarengeschäfte für die täglichen Dinge des Lebens, aber auch Artikel des gehobenen Bedarfs wie Glas und Porzellan sind in ihrer Winzigkeit dargestellt. Man erkennt als Betrachter sofort die unabdingbare Liebe zum Detail und die Mühe die dahinter steckt, diese mit dem bloßen Auge manchmal nur schwer zu erkennenden Gegenstände einzuordnen.

Trotz des fast immer einheitlichen Maßstabes von 1:12, manchmal auch in anderen Größenverhältnissen, sind die Details sehr natürlich, lebendig und präzise herausgearbeitet. Die Gesichtausdrücke und die Gestik der Figuren passen zum Thema der dargestellten Situation. Hier die hochnäsige „Grande Dame“ und die abfällige Miene der Zofe nach dem Einkaufbummel in einer Straßenszene. Da der entspannte Gesichtsausdruck des Bräutigams beim Hochzeitsfototermin und das erwartungsfrohe Lächeln der Braut.

Aber auch aktuelle zeitgemäße Szenarien lassen die Darstellungen zum Leben erwachen. Die beiden Punker beim Zechgelage in einem heruntergekommenen Abrisshaus und im Nebenzimmer das blutüberströmte Mordopfer mit einem Messer in der Brust zeugen von der realen Randgesellschaft mit all ihren sozialen Problemen.

Der aufgebaute Jahrmarkt mit den Vergnügungsbuden und Fahrgeschäften mit Autoscooter darf ebenso wenig fehlen wie der sich drehende Grillspieß mit dem halben Ochsen darauf. Elektrische Beleuchtung ist ein Muss und macht das Puppenhaus oder die Dioramen erst perfekt. Neben einigen Zukaufteilen werden fast alle Gegenstände und Puppen selbst hergestellt, bemalt und eingekleidet. (pru)

Puppen-Ausstellung

Termin: Sonntag, 14. März, von 11 bis 17 Uhr

Ort: Heimatmuseum Debstedt

Organisation: Marlies von Busch aus Cuxhaven-Altenwalde

Telefonische Informationen unter 0 47 23/20 00

Artikel vom 10.03.10 - 06:00 Uhr
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