Der Salzgehalt im Grabenwasser wird weiter steigen, wenn die Weser um einen weiteren Meter vertieft wird.
Schon jetzt ist er insbesondere im Sommer so hoch, dass der Entwässerungsverband Butjadingen die Zuwässerung mehrfach einstellen musste. Mitten in Butjadingen wurden im vergangenen September Salzgehalte von fast zehn Gramm pro Liter im Grabenwasser gemessen.
Das Landvolk drängt daher auf die Zufuhr unbelasteten Tränkewassers. Das wäre möglich, wenn die Wasserzufuhr nicht mehr übers Beckumer Siel beim Kernkraftwerk Unterweser erfolgen würde, sondern aus dem Süden der Wesermarsch.
Doch ein neuer Kanal würde etliche Millionen Euro kosten. Bislang zeichnet sich noch keine politische Lösung des Problems ab.
Zwar schreibt das Naturschutzgesetz eigentlich vor, dass Eingriffe in die Landschaft durch die ökologische Aufwertung anderer Bereiche ausgeglichen werden, aber für Eingriffe im Meer hofft das Landvolk auf die Option einer Ausgleichszahlung.
Wenn der Kreislandvolkverband in Rodenkirchen zu seiner Jahreshauptversammlung zusammenkommt, dürfte auch die Weservertiefung ein Thema sein.
Der Frust ist groß bei den Landwirten, dass es auch drei Jahre nach dem Erörterungstermin zur Weservertiefung immer noch keine Lösung für ihre Probleme abzeichnet.
Für Mai hat der Landtagsabgeordnete Björn Thümler die Vorlage weiterer Gutachten zum Thema angekündigt.
So untersucht die Tierärztliche Hochschule in Hannover derzeit, wie viel Salz im Tränkewasser das Weidevieh denn überhaupt verträgt. (hei)

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