
„Wir danken der Gemeinde, dass sie unsere Sorgen teilt“, sagte Olaf Kroschel, Anlieger Am Hasenweg und einer von 35 Zuhörern, die mit Spannung die Sitzung des Planungsausschusses verfolgten.
Von Staubfangnetzen über Schallschutzwälle am Grubenrand bis zum finanziellen Ersatz des zu erwartenden Wertverlustes ihrer Häuser und Grundstücke – die Liste der Einwendungen der Anlieger, die ab 2011 die Sandgrube direkt vor der Haustür haben sollen, ist lang. So lang, dass es für den Investor, die Firma Plambeck aus Cuxhaven, richtig teuer werden könnte, den Sand dort zu fördern.
Ob der Landkreis als Genehmigungsbehörde alle Auflagen der Anwohner aufnimmt, steht noch nicht fest. Fest steht nur, dass sich der Landkreis über die Ablehnung der Gemeinde Nordholz hinwegsetzen und den Sandabbau trotzdem genehmigen kann. „Wir werden uns die Einwendungen erst einmal genau anschauen und dann entscheiden, welche davon realistisch sind“, sagt Werner Rusch vom Naturschutzamt des Landkreises. „Der Investor weiß bereits, dass der dortige Sandabbau mit hohen Auflagen verbunden sein kann.“
„Wenn ich mich als Investor beworben hätte und diese Auflagen-Liste bekäme, würde ich von meinem Vorhaben Abstand nehmen“, sagt CDU-Ausschussmitglied August Appiarius. So fordern die Anlieger, dass ihre Häuser von staatlich anerkannten Bausachverständigen auf Schäden untersucht werden – auf Kosten von Plambeck versteht sich, sie verlangen eine Einzäunung des Geländes, sie fordern einen fünf Meter hohen Wall mit ganzflächiger, hochwachsender und buschiger Bepflanzung mit Pflege und Unterhaltung.
Anlieger Uwe Schrammek hält von den bislang geplanten Schutzdämmen ohnehin wenig. „Die temporären Verwallungen werden meistens schon zurückgebaut, während der Abbau im Gange ist. Da ist die Lärm- und Sichtschutzfunktion dann sowieso hinfällig.“
Unerträglich findet SPD-Ausschussmitglied Matthias Träger, dass der Abbau 30 Jahre dauern soll. Damit greift er eine weitere Einwendung der Betroffenen auf, die die Sandgrube schon nach 10 Jahren wieder verfüllen lassen wollen. Dann, so ihr Wunsch, aber nur mit Mutterboden. Ihre Sorge ist, dass die Grube zu einer Deponie erklärt werden könnte. Am besten solle der Investor für die Renaturierung nach Abbauende bürgen.
Gedanken machen sich die Anlieger auch über das Grundwasser. So solle die Schutzschicht zwischen Abbausohle und Grundwasserleiter nicht wie bisher geplant 2 Meter, sondern 3 Meter betragen.
Bei aller Freude über die Ablehnung durch den Planungsausschuss der Gemeinde sieht Anwohner Detlef Jungclaus die Angelegenheit nüchtern: „Wir sollten realistisch bleiben. Aber wenn der Abbau kommt, bliebe uns bei Erfüllung der Auflagen immerhin ein Rest von Lebensqualität erhalten.“

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