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Löschkräfte retten sich über die Leiter


Langen. Aus einem Fenster im Gebäude des Bauhofs dringt beißender Qualm. Mit Blaulicht und Martinshorn nahen in rasanter Fahrt ein Tanklöschfahrzeug (TLF), und eine Drehleiter mit Korb (DLK) und stoppen abrupt. Eilig, aber ohne Hektik springen die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr mit Gruppenführer Michael Reinicke aus den Fahrzeugen. Von Georg Weber


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Die Drehleiter, unverzichtbar bei der Brandbekämpfung . Später kommen dann im Gebäude die Rauchvorhänge zum Einsatz.

Der erkundet die Lage und informiert seine Kameraden: „Brand in einem leer stehenden Gebäude, in der oberen Wohnung rechts. Der Treppenraum ist verraucht, Fenster und Türen sind zu, offensichtlich sind keine Personen im Gebäude!“

Wäre es keine Übung, würden sie sich jetzt mit dem „Türöffnungsgerät schwer“, wie Ortsbrandmeister Jörn Brand die Handramme offiziell bezeichnet, Zutritt ins Haus verschaffen. Es kommt auf jede Minute an. „Wasserentnahme aus dem Fahrzeugtank, Verteiler einer B-Länge vom Fahrzeug entfernt, Angriffstrupp mit einem Rohr zur Brandbekämpfung, Wassertrupp setzt Rauchvorhang!“ kommandiert Reinicke knapp. Keine Zeit für Höflichkeiten.

„Nie ohne Wasser“

Benjamin Büsing und Sebastian Frers vom Angriffstrupp schrauben sich gegenseitig die Ventile ihrer Atemschutzgeräte zu, greifen sich Hohl-Strahlrohr und Feuerwehr-Axt. „Nie ohne Wasser im Schlauch!“ moniert der Gruppenführer, als die beiden ins Treppenhaus stürmen wollen.

„Melder“ Julia Ammermann hat die Position am Verteiler und dreht eilig die Wasserzufuhr auf. Maschinist Werner de Freese ist dafür verantwortlich, dass jetzt auch Wasser fließt. Jeweils 1800 Liter Atemluft, auf 300 Bar komprimiert, führen die Feuerwehrleute mit. Je nach Belastung und Arbeitsintensität reichen die für rund 20 Minuten aus. Sinkt der Druck auf 50 bar, warnt das Manometer mit einem Pfeifton. Mit ohrenbetäubendem Lärm dröhnt das Überdruck-Belüftungsgerät „Turbo Hurricane“ und drückt Frischluft in das Treppenhaus. Dennoch gelassen wie ein „alter Hase“ richtet die 17-jährige Wiebke Wagner das Gerät mit dem etwa einen halben Meter großen Ventilator aus.

„Wo ist die Leine?“ fällt dem Gruppenführer auf, dass der zur Unterstützung herbei geeilte Wassertrupp den lebensrettenden „Ariadne-Faden“ vergessen hat. Wichtig, denn in verqualmten, oft dunklen Räumen hilft die Leine den Kameraden bei der Orientierung.

„Alles raus“

Plötzlich ändert sich das Szenario: „Explosionsgefahr im Gebäude! Alles raus, zweiten Rettungsweg nutzen!“ kommandiert Reinicke über Funk. Jetzt zahlt sich die Voraussicht aus, die Drehleiter mit dem Fahrkorb vor einem Fenster der Brandwohnung postiert zu haben. So können sich Angriffs- und Wassertrupp über die Leiter retten: „100prozentig“ ist Reinicke mit der Übung zufrieden: „Ich bin begeistert.“

„Rauchverschluss“

Neben dem eigentlichen Brandschaden entstehen die größten Schäden bei einem Brand durch Löschwasser und Rauch. Um bei einem Wohnungsbrand an den Brandherd zu gelangen, geht die Feuerwehr meistens über den Treppenraum vor. Beim Öffnen der Türen besteht dann die Gefahr, dass sich der Rauch aus der brennenden Wohnung im Treppenhaus ausbreitet und dieses somit als wichtigster Rettungsweg unpassierbar wird. Um das zu vermeiden, hat sich die Feuerwehr jetzt dank einer großzügigen Spende von Frank Berghorn von der VGH-Versicherung einen „mobilen Rauchverschluss“ zugelegt. Das ist ein Vorhang, der vor dem Öffnen der Tür in deren Rahmen eingespannt wird, dessen Material hohe Temperaturen und Flammen-Einwirkung aushält und den Rauchaustritt aus der Wohnung verhindert. Einfach, schnell und sicher installiert, wird trotzdem die Durchleitung eines Schlauches nicht behindert. „Das versetzt uns in die Lage, die Ausbreitung von Brandrauch sehr viel besser als bisher zu kontrollieren und zu begrenzen“, freut sich Ortsbrandmeister Jörn Brand.

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Die Drehleiter, unverzichtbar bei der Brandbekämpfung . Später kommen dann im Gebäude die Rauchvorhänge zum Einsatz.
Artikel vom 07.09.10 - 16:00 Uhr
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