
Tim Kobbenbring streicht konzentriert mit einem Pinsel über seine Baki. Danach muss er zwei Drähte und eine Glühbirne anbauen. Damit kann der Neunjährige testen, ob Batterien leer sind. Ist das der Fall, können sie in der Kiste gesammelt werden.
Doch zunächst verziert Tim noch seine goldene Baki. Sie wird heute mit zwei weiteren Kästen in Schwarz und Rot zur deutschen Schule in Shanghai geschickt. Die Schüler in China werden die deutschen Kisten einen Tag auf der Weltausstellung Expo präsentieren, die noch bis zum 31. Oktober in Shanghai stattfindet. „Ich bin sehr stolz, dass meine Baki gezeigt wird“, sagt Tim.
Die Idee zu dem Projekt hatte Erich Kalkus. Der Bremer Lehrer entwickelte bereits 1986 Bakis. Seit vielen Jahren arbeitet er mit Petra Vooth, Kreis-Abfallberaterin, zusammen. Ihr gemeinsames Anliegen: Batterien gehören nicht in den Haus-, sondern in den Sondermüll.
Bei einem erneuten Treffen präsentierte Kalkus eine neue Idee: Die Bakis müssen auf der Expo gezeigt werden. „Doch das hat nicht geklappt. Also habe ich mich auf die Suche nach einer deutschen Schule in Shanghai gemacht“, erzählt Vooth, die fündig wurde und per Mail Kontakt aufnahm. Bei der Antwort sei sie beinahe „vom Stuhl gefallen“, wie sie sagt: „Der Schulleiter Tim Kramer ist ein gebürtiger Hagener. Was für ein Zufall!“ Und Kramer war von der Idee begeistert.
Petra Vooth entschied sich daher für die Hagener Grundschule als Projektpartner. „Das muste bei dieser Verbindung natürlich sein.“ Bei der Anfrage stieß sie wiederum bei Schulleiterin Katrin Meyer-Joost auf Begeisterung. Die erste große Baki-Aktion in einer Schule, die die Kreis-Abfallberatung finanziert, war geboren.
Seit den Sommerferien bauten die Hagener Grundschüler 75 Bakis. Einige sollen in Hagener Geschäften aufgestellt werden. Außerdem stehen Umweltschutz und erneuerbare Energien auf dem Stundenplan. Die Schüler in China basteln nach einer Bauanleitung von Erich Kalkus ebenfalls Bakis. Sie werden bald einige Kisten nach Hagen schicken.
„Mit wenig Material kann der Umweltschutz gefördert werden. Das ist toll“, sagt Vooth begeistert. Außerdem würden naturwissenschaftliche Zusammenhänge erklärt. Das Baki-Projekt sei vor allem ein Austausch zwischen zwei Schulen. „Wenn dann auch noch der Umweltgedanke in China unterstützt wird – umso besser.“ Zumindest in der deutschen Schule in Shanghai wird das sicherlich der Fall sein.

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