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Fast täglich Angriffe von Piraten auf Seeschifffahrt

Nordholz. Ein Einsatz wird den meisten der Nordholzer Marineflieger im Gedächtnis bleiben: „Am Ostermontag, 5. April, war es unser Seefernaufklärer, der den ersten Hilferuf der von Piraten bedrohten ,Taipan‘ empfing“, berichtet der Kommandeur der Einsatzgruppe, Fregattenkapitän Heiko Millhahn.

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Bis zu 14 Stunden täglich im Einsatz: Das Nordholzer Kontingent der Seefernaufklärer vom Typ P3-C Orion. Foto mfg

800 Kilometer östlich der somalischen Küste hatte der Piratenangriff auf das deutsche Containerschiff gerade begonnen, als die Marineflieger eintrafen. Während die Nordholzer die niederländische Fregatte „Tromp“ an den Ort des Geschehens heranführten, überwachten sie per hochauflösender Kamera und Funk das Geschehen an Bord. „Dieses Lagebild wurde ständig aktualisiert und der ,Tromp‘ übermittelt. Die Einsatzgruppe P-3C Orion lieferte damit die Voraussetzungen für den spektakulären Einsatz der Niederländer“, beurteilt Millhan die Lage. Per Hubschrauber setzten niederländische Spezialkräfte auf die „Taipan“ über, überwältigten die Piraten und befreiten die Besatzung aus dem gesicherten Raum, in den diese sich zurückgezogen hatte.

50 Soldaten in Djibouti

Seit Ende Februar sind rund 50 Soldatinnen und Soldaten der Nordholzer Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ im kleinen Küstenstaat Djibouti am Horn von Afrika stationiert. Der Anti-Terror-Operation OEF (Enduring Freedom) zugeordnet, unterstützt die Einsatzgruppe rund um den Seefernaufklärer P-3C Orion auch die Anti-Piraterie Mission Atalanta der EU.

Gerade die Sicherung der Seewege vor Somalia und im Golf von Aden erfordere eine hohe Einsatzrate, zu deren Bewältigung das Kontingent zeitweise auf bis zu 72 Soldaten aufgestockt wurde, erklärt der Anfang Mai scheidende Kontingentführer und Fregattenkapitän Thorsten Bobzin. Aufgrund des saisonal bedingten, geringen Seegangs im Operationsgebiet sei es in den vergangenen Wochen fast täglich zu Angriffen auf die Seeschifffahrt gekommen, „allerdings auch fast ebenso häufig zur Zersprengung von Piratengruppen durch Marineeinheiten“, resümiert er.

Der 44-jährige Nordholzer ergänzt: „Allein in den vergangenen eineinhalb Monaten haben unsere Besatzungen und Techniker fast 200 Flugstunden absolviert.“ Jeder Einzelne habe unter widrigen Umständen Maximales geleistet, zeigt sich Bobzin zufrieden mit seiner Mannschaft. (nz)

Artikel vom 05.05.10 - 06:00 Uhr
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