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Die Einspruchsfrist läuft


Hagen. „Ohne Einspruch kein Anspruch“, lautete das Motto des Info-Abends, zu dem die Bürgerinitiative gegen die Driftsether Deponie eingeladen hatte. Etwa 50 Bürger versammelten sich in der Schützenhalle, um sich über den Stand des Bauvorhabens und die Einspruchsmöglichkeiten zu informieren. Von Karin Köster


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Stehen Seite an Seite im Kampf gegen die geplante Bauschutt-Deponie in Driftsethe: Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel und Bürgerinitiativen-Sprecher Bernd Ricker. foto kkö

„Alles umsonst angepflanzt?“, fragte Bürgerinitiativen-Sprecher Bernd Ricker und spielte damit auf die teilweise erfolgte Renaturierung der Sandkuhle Weißer Berg in Driftsethe an.

Als „Meilenstein“ bezeichnete Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel die kürzlich vom Rat beschlossene Änderung des Flächennutzungsplanes, wonach das Areal zwischen Autobahn 27, Driftsethe und Hagen als Naherholungsgebiet genutzt werden soll. Der Plan für den sanften Tourismus existierte in den Köpfen seit Jahren, nur war man in Hagen nicht auf das Deponie-Vorhaben vorbereitet. „Wir sind getäuscht worden“, sagte Puvogel. Sie geht davon aus, dass der Investor Rechtsmittel gegen die touristischen Planungen einlegen wird.

Diplom-Ingenieur Heino Fromme beschäftigt sich seit mehr als einem Jahr intensiv mit der Materie und beleuchtete die teilweise widersprüchlichen Aussagen des Kreises und des niedersächsischen Umweltministeriums. „Da werden Spielchen gespielt“, ist sein Eindruck.

Ein Appell der besonderen Art kam von Karlheinz Knorreck. Der 79-jährige Driftsether trug ein Gedicht vor, das er eigens für die Info-Veranstaltung geschrieben hatte. „Bürger von Hagen, wo bleibt ihr bloß, legt die Hände nicht in den Schoß. Das Gebot heißt klar und rein, der Weiße Berg muss sauber sein“, lauteten die ersten Verse.

Die Antragsunterlagen des Investors liegen bis zum 24. September im Rathaus für die Öffentlichkeit aus. „Kein Einwand – keine Rechtsmittel“, unterstrich Bernd Ricker sein Anliegen, die Bürger zu einem Einspruch gegen die Deponieplanungen zu bewegen. Demnach können Anwohner, die jetzt keinen Widerspruch einlegen, später keine Schadenersatzforderungen geltend machen, wenn beispielsweise Schäden am Haus durch die Zunahme des Schwerlastverkehrs entstehen.

Wie die Einspruchschreiben formuliert und begründet werden können, zeigt ein von der Bürgerinitiative erstelltes Faltblatt, das an alle Besucher verteilt wurde. Puvogel bat um möglichst viele individuelle Einspruchsschreiben, die an den Landkreis versendet oder im Rathaus abgegeben werden sollten. Wer keine Möglichkeit hat, selbst ein Schreiben anzufertigen, kann sich an die Bürgerinitiative wenden. Die nächste Info-Veranstaltung findet am Dienstag, 7. September, in der Mehrzweckhalle Driftsethe statt.


Artikel vom 03.09.10 - 07:00 Uhr
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