
Katharina (8) wühlt mit den Händen in einer Kiste voller bunter Glasscherben. „Da muss man aufpassen, die sind scharf“, sagt sie. Gut, dass sie dicke Arbeitshandschuhe trägt. Neben der Kiste liegt ein dicker Glasklumpen. So sehen die Scherben aus, wenn sie wieder eingeschmolzen wurden. Dann werden daraus wieder neue Flaschen gemacht oder Fensterscheiben. Wo das Glas herkommt, wofür es gebraucht wird, sogar wie es riecht, all das haben die Kinder in zwei Tagen erforscht und aufgeschrieben. „Aber bei Geruch habe ich nichts geschrieben. Glas riecht ja nach nichts“, sagt Katharina.
Seit Anfang Februar beschäftigen sich die Kinder der Grundschule am Hinschweg mit Papier, Metall, Glas und Kunststoff – von der Herstellung bis zur Entsorgung. Michael Marek, Abfallberater des Landkreises Cuxhaven, hat Kisten und Koffer voller Material mitgebracht. „Kinder haben heute oft keine Ahnung mehr von Materialkunde“, sagt Marek. Anhand seiner Materialkisten können die Jungen und Mädchen sprichwörtlich begreifen, wie aus Holz Papier werden kann oder wieso weißes und grünes Glas getrennt werden müssen. Auch das die Rohstoffe für Plastikflaschen und Konservendosen irgendwann verbraucht sind, macht Marek den Kindern deutlich. Am Montag, 15. März, bekommen alle Schüler einen Ausweis mit dem Titel „Wertstoff-Detektiv“.
Als Abfallberater kommt Marek auf Anfrage in Schulen und Kindergärten – jeder, der Interesse hat, kann ihn kostenlos buchen. „Früher haben uns auch Heimatvereine oder Kirchen gebucht. Das passiert heute gar nicht mehr“, sagt er. Dabei könnten auch die Erwachsenen noch viel dazu lernen, weiß Marek. „Zum Beispiel dass es Glascontainer gibt, scheint gar nicht so bekannt zu sein. Im Durchschnitt besteht der Inhalt einer gewöhnlichen Hausmülltonne zu 5,5 Prozent aus Glas.“ Auch bei Papier gebe es noch Aufklärungsbedarf. Papier gelte zwar als nachwachsender Rohstoff, doch so schnell, wie es verbraucht werde, könnten die Bäume nicht nachwachsen.
Paula (8) und Johanna (7) wissen eine Lösung: „Wir haben gelernt, dass man das alte Papier sechs bis sieben Mal wieder verwerten kann“, erklärt Paula. In Deutschland werde das Altpapier jedoch im Durchschnitt nur zweieinhalb Mal verwertet, sagt Marek. Da müssen die neuen Wertstoff-Detektive wohl auch zu Hause auf Spurensuche gehen.

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