
Nach dem Zusammenschluss im Bereich der Masterrind GmbH des Rindviehzuchtvereins Wesermünde (RZV) mit den Besamungsvereinen (BV) Bederkesa, Bremerhaven und Hagen gibt es jetzt ein Ziel: „Wir wollen versuchen, den Besamungsverein Dorum, der sich bislang sträubt, ins Boot zu holen und uns zur Kreisgemeinschaft Wesermünde zusammenzuschließen“, erläuterte RZV-Vorsitzender Gerd Dieter Kahrs aus Wehden. Dieses „System“ wird im Land Hadeln seit Jahren erfolgreich praktiziert.
Die Regularien wurden zügig abgewickelt: RZV-Geschäftsführer Ralf Hahn trug den Geschäfts- und Kassenbericht vor. Das Ergebnis: Dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Einvernehmen bestand auch bei den Wahlen. Die Vorsitzenden Gerd-Dieter Kahrs, Kristian Schmidt (BV Bederkesa), Karl-Heinz von Thun (BV Bremerhaven) und Enno Schwarting (BV Hagen) genießen weiter das Vertrauen der Mitglieder. In den Vorstand wurde mit Dietrich von Döhlen (Neuenwalde) ein Mitglied aus dem Bereich des BV Dorum gewählt. Neuer Kassenprüfer ist Arno Mohrmann.
Bevor es zu den Kurzvorträgen zum Thema „Niedersächsischer Tierschutzplan“ kam, goss Kahrs so richtig Öl ins Feuer, schimpfte auf die Politiker und stellte fest: „Dieser Plan ist Krisenmanagement und nichts anderes.“ Mit dieser Aussage konnte sich Professor Martin Kaske von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover nicht anfreunden oder gar zustimmen. „Man muss sich annähern, aber ohne dass Blut, Schweiß und Tränen vergossen werden, geht ein Miteinander allerdings nicht“, räumte Kaske ein. „Einigkeit ist zu erzielen. Grundsätzlich läuft der Tierschutzplan nicht gegen die Landwirt- schaft“, so Kaske weiter.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand das betäubungslose Enthornverbot. „Es ist bei unter sechs Wochen alten Kälbern zulässig“, sagte der Professor. Jan Heusmann, Vorsitzender des Landvolkverbandes Wesermünde und der Milchwirtschaftlichen Vereinigung, forderte, dass das Enthornen in landwirtschaftlichen Händen bleiben muss. Dazu seien – ohne großen Aufwand – entsprechende Lehrgänge oder Einweisungen allerdings erforderlich.
„In der Milchwirtschaft haben wir kein Imageproblem. Anders sieht es bei den Schweine- und Hähnchenmästern aus“, weiß Heusmann. Der Landvolksverband sei in der Lenkungsgruppe für den Tierschutzplan des Landes vertreten und werde sich im Sinne der Landwirte einbringen“, versprach der Vorsitzende.
Ralf Strassemeyer, Geschäftsführer der Masterrind mit Einblick in die Arbeit der Lenkungsgruppe, nahm zu den Tiertransporten Stellung. „Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Bei Beachtung der Vorschriften leiden die Tiere auch auf fünftägigen Reisen – mit entsprechenden Pausen – nicht unter dem Transport oder sind gestresst.“ Das belegte er anhand eines Kurzfilms, der einen Transport nach Kasachstan zeigte.
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