
Ebenso auch Sina und Lea, Moritz, Luisa und all die anderen Kinder aus den 3. und 4. Klassen, denn gleich sollte er losgehen, der bunte Nachmittag, der Plattdeutsch-AG.
„Wie snackt Platt“ war dann auch das Programm überschrieben, denn „Platt is cool“ sind sich Eltern und Kollegium der kleinen Dorfschule Kührstedt/Ringstedt einig.
Und die einhellige Meinung der Kinder: „Es ist einfacher zu lernen als Englisch und macht auch viel mehr Spaß.“
Das mit dem Spaß ist sicher auch der Verdienst von Marianne Schlacke. Die ehemalige Schulsekretärin bietet jede Woche ehrenamtlich eine Unterrichtsstunde Plattdeutsch als Arbeitgemeinschaft für die Klassen 3 und 4, denn, „es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass die Freude an unserer schönen alten Heimatsprache geweckt und am Leben erhalten wird und sie nicht in Vergessenheit gerät“.
Inzwischen hat sich eine muntere Truppe auf der Bühne sortiert und begrüßt mit dem fröhlichen Lied „Moin, moin“, die rund 70 erwartungsfrohen Besucher, wobei auch zum ersten Mal die neue Mikrofonanlage zum Einsatz kommt.
„Die konnten wir dank einer großzügigen Spende des Lions Club Bederkesa und einem Zuschuss des Schulvereins anschaffen“, freut sich Schulleiterin Jutta Meyer.
Un denn geiht dat los. Muntere Sketche mit überraschenden Pointen lösen sich ab mit der vierteiligen „Een Reis dör dat Johr“.
Zu hören gibt es auch das Lied „Mien Möhl“ und die Gäste sind angehalten, zu singen: „Kennt ji all dat neege Leed von Herrn Pastor sien Koh?“. Natürlich werden alle acht Strophen dieses plattdeutschen Liedes gesungen. Das versteht sich doch von selbst.
Auch Fred Würdemann, Vörsitter vun den plattdüütschen Schrieverking ut Beers, ist unter den Gästen. Er ist ferner der Koordinator der „Plattdütsch Stiftung Neddersassen“ und betont: „Für den Erhalt unserer alten Sprache wäre es gut, wenn sie schon in den Kindergärten gesprochen würde.“
Wünschenswert wäre ausgebildetes und engagiertes Personal. Könnten sich seine Vorstellungen erfüllen, hätten auch Lieder, wie das wunderschöne „Dat du mien Leevsten büst, dat du woll weest“, eine echte Chance, auch im Zeitalter von Smartphone und Laptop nicht in Vergessenheit zu geraten. (ens)
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