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Putzige Lämmer purzeln im Doppelpack

Weiß, wollig, wohlriechend – dem Charme eines Lämmchens können sich nur wenige entziehen. Glücklich, wer eines in seiner Nähe hat. In dieser Hinsicht ist Tim Rosekeit aus Padingbüttel verwöhnt: Mindestens 28 Lämmer bevölkern im Frühjahr seinen Stall. Seine Liebe zu Schafen hat der Wurster vor zwölf Jahren entdeckt. Von Milena Tauber

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Wolliger Nachwuchs: Josephine und Tim Rosekeit freuen sich über jedes Lämmchen, das in ihrem Stall geboren wird. Fotos mau

Wild klopft das kleine Herz in der Brust unter dem wollig weißen Fell. Das Lämmchen ist erst vier Tage alt und etwas erschrocken, als Tim Rosekeit es auf den Arm nimmt. Nach außen bleibt es aber ruhig – ganz im Gegensatz zu seiner Mutter, die aufgeregt in der Stallbox umherläuft. Rosekeits Frau Josephine hält das zweite Bocklamm und streichelt beruhigend über das kurze Fell.

In der Box nebenan steht ein Schaf mit braunem Kopf und schaut neugierig herüber. Hinter ihm schmiegen sich zwei weibliche Lämmer im Schlaf aneinander. Im Schein der Wärmelampe leuchtet ihr weißes Fell rötlich. Sie riechen ganz frisch und sauber, nach Wolle und Stroh.

Jüngst freuten sich die Hobbyschäfer gleich über vierfachen Nachwuchs im Stall: Am selben Tag brachten zwei Muttertiere jeweils ein Zwillingspärchen zur Welt. „Wir haben gar nichts von der Geburt mitbekommen“, erzählt Josephine Rosekeit. „Als wir morgens in den Stall kamen, hatten die beiden Schafe zwei Lämmer bei sich liegen.“

Totgeburten kommen vor

So glatt läuft es nicht immer, berichtet Ehemann Tim, Herr über derzeit 28 Merino-, Schwarz- und Weißkopfschafe. Wenn ein Lamm verkehrt herum liegt, also mit dem Hinterteil voraus, kann es bei der Geburt Probleme geben. „Dann müssen wir mithelfen, damit es schnell geht.“ Ansonsten kann es sein, dass das Neugeborene erstickt, und das kam auch schon vor.

Rosekeit ist inzwischen Profi, was Geburtshilfe betrifft. Geübt hat er lange genug: Der 30-Jährige assistierte als Jugendlicher in seiner Heimat Wremen oft auf einem Bauernhof. Besonders gut gefiel ihm die Arbeit mit den Schafen. Mit 18 mietete er einen kleinen Stall und kaufte drei weibliche Schafe.

Vor elf Jahren kam das erste „eigene“ Lamm zur Welt. Das war etwas Besonderes, und deswegen ist Mary auch das einzige Schaf im Stall, das einen Namen trägt. Alle anderen tragen eine Ohrmarke. „Bei so vielen Schafen kämen wir mit den Namen sonst durcheinander“, erklärt Rosekeit, der hauptberuflich als Selbstständiger land- und forstwirtschaftliche Dienstleistungen anbietet.

Vor fünf Jahren lernte Rosekeit Josephine kennen, seitdem ist sie genau so begeistert von Schafen wie er. Im Juli 2010 heirateten die beiden. Inzwischen sind sie ein eingespieltes Team und kümmern sich gemeinsam um die Herde. Vergangenes Jahr zogen sie nach Padingbüttel in ein Haus mit Stall. Anfang des Jahres lammen die Muttertiere. Dieses Jahr sind bereits 20 Babys zur Welt gekommen. Nur noch wenige Schafe liegen mit dickem Bauch im Stall.

Zum ersten Mal ins Freie

Wenn es Frühling wird, also Anfang oder Mitte April, werden die großen Schafe geschoren, „dann ziehen wir ihnen die Pullover aus“, sagt Josephine lachend. Ein bis zwei Tage bleiben sie noch im Stall, bis sich auf der Wolle wieder eine Fettschicht gebildet hat. Dann dürfen sie mit ihren Kindern hinaus auf die Weide.

Und das, so Josephine Rosekeit, ist jedes Jahr wieder ein schöner Moment: „Die Kleinen springen dann wild auf der Wiese herum.“ Allein dafür habe sich die ganze Arbeit gelohnt, ergänzt Tim Rosekeit.

Der Wahl-Padingbütteler ist einer von rund 3500 Schafhaltern in Niedersachsen. Nach Auskunft des Landesschafzuchtverbandes versorgen sie derzeit rund 230 000 Schafe. Genutzt wird vorrangig das Fleisch, aber auch die Milch und die Wolle sind beliebt.

Ob er dieses Jahr Lämmer behält, entscheidet er, wenn sie etwas größer sind. Die meisten wird er an einen Händler verkaufen. „Aber erst, wenn sie mindestens 45 Kilo wiegen.“

„Da“, ruft Tim Rosekeit plötzlich und zeigt auf ein liegendes Mutterschaf, „bei der da sieht man das Lamm gerade treten.“ Und tatsächlich: Kräftig schlagen die kleinen Hufe von innen gegen den dicken Bauch der Mutter. Der Anblick lässt erahnen, dass sowohl Lamm als auch Mutter die Geburt kaum noch erwarten können.


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Genügsam: Noch brauchen die beiden Bocklämmer nichts außer wärmendem Rotlicht und Muttermilch .
Artikel vom 09.02.12 - 12:00 Uhr
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