
Frederik Hopfenziz und Kevin Bose werkeln konzentriert an einem Schrank. Die Schrauben müssen nachgezogen und ein Griff ausgetauscht werden. Rolf Haberstroh gibt ihnen Tipps. Jeden Sonnabend treffen sie sich ehrenamtlich in der 164 Jahre alten Scheune. Ihr Ziel: Bedürftigen Menschen helfen. Das Trio arbeitet gespendete, alte Möbel auf und verkauft sie günstig weiter. Einen Schrank gibt es schon für 30 Euro. Kann sich jemand auch das nicht leisten, lässt sich über den Preis verhandeln.
Das Projekt „Möbeltruhe“ der beiden evangelischen Kirchen in Ringstedt gibt es bereits seit vier Jahren. Damals wendeten sich junge Männer an den Diakon Manfred Ahlers: „Sie hatten einer bedürftigen Familie beim Umzug geholfen, die sich keine neuen Möbel leisten konnte.“ Andere wiederum würden noch gut erhaltene Stücke wegwerfen. Die Idee war geboren. Doch das Projekt ruhte einige Monate.
Frederik und Kevin waren da mutiger. Sie haben in den ersten sechs Wochen des neuen Anlaufs nicht nur eine Werkbank in der Scheune gebaut, sondern auch Steckdosen und Lampen installiert. „Das war neu für mich. Sonst habe ich mit handwerklichen Dingen nichts zu tun“, erzählt Frederik, der das Gymnasium besucht. Etwas mehr Erfahrung hat der 16-jährige Kevin, der die zehnte Klasse besucht: „Ich möchte einen Handwerksberuf erlernen.“
Bis dahin kann er sich in der Möbeltruhe ausgiebig ausprobieren. Zu tun gibt es genug. Ein altes Vertiko muss aufpoliert und handgefertigte Stühle mit geflochtenen Sitzflächen überarbeitet werden. „Wir nehmen aber noch gerne Spenden an“, sagt Haberstroh, der die Möbel auch mit Kevin und Frederik abholt.
Etwa 150 Stunden haben sie bereits jeweils ehrenamtlich in die Möbeltruhe investiert. Der Lohn seien die freudigen Augen von Käufern. „Es ist schön, etwas Gutes zu tun“, sagt Kevin überzeugt. Und der Spaß komme dabei nicht zu kurz, versichert der 17-Jährige. „Die Stimmung ist immer gut.“

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