
Angela Kuttig ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in Bad Bederkesa. Neben der Schulmedizin wendet sie auch die Möglichkeiten der Homöopathie an.
Kinder bekommen bei der Geburt für etwa sechs Monate einen Immunschutz mit. Danach muss der kleine Körper sein eigenes Immunsystem aufbauen. Förderlich sei dabei der frühzeitige Kontakt mit anderen Menschen – beispielsweise in Krippe oder Kindergarten. Es helfe dem Kind also nicht, so die Kinderärztin, es zu Hause in Watte einzupacken.
Wichtig sei, ein Umfeld zu schaffen, in dem der Nachwuchs sich wohl fühlt. „Kinder, die gut drauf sind, werden in der Regel nicht so schnell krank wie andere“, meinte Angela Kuttig. Dazu gehöre auch, sie nicht mit zu vielen Aktivitäten zu überfordern. Weniger sei manchmal mehr. Hin und wieder sollte das Kind auch mal sich selbst überlassen werden, damit es eigene Kreativität entwickeln kann.
Als Teil des vorschulischen Immunisierungsprogramms werden von den Ärzten verschiedene Impfungen angeboten. Trotzdem grassieren in Kindergärten immer wieder Krankheiten, die ansteckend sind und durch Tröpfchen übertragen werden. Gerade im Winter trocknen durch die Heizungsluft die Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum aus. Viren finden daher einen höchst interessanten Nährboden, setzen sich fest – und schon beginnt das Unheil.
Die Leiterin des Kindergartens, Renate Blanck: „Wir gehen deshalb täglich bei jedem Wetter an die frische Luft, um draußen zu toben. Gleichzeitig wird damit auch der natürliche Bewegungsdrang der Kinder befriedigt.“ Stolz berichtet sie weiter: „Die Kleinen haben auch gelernt, sich ausgiebig die Hände zu waschen und in die Armbeuge zu niesen oder zu husten, wenn sie erkältet sind. Inzwischen klappt das ganz prima.“
In der Runde stellte sich auch die Frage, bei welcher Krankheit ein Kind nicht in den Kindergarten gehen darf. Angela Kuttig: „Bei ansteckenden Krankheiten auf keinen Fall. Dazu gehören unter anderem Durchfall, eitrige Bindehautentzündung, Lungenentzündung und Windpocken.“ Auch Fieber könne ein Indiz dafür sein, Bettruhe zu verordnen.
Aber jedes Kind reagiere anders. Während die einen schon bei 38 Grad völlig apathisch seien, merke man anderen die erhöhte Temperatur gar nicht an. Manchmal empfehle es sich, als Eltern das Unwohlsein der Lütten einfach mal auszuhalten.
Ein beliebtes Thema: der immer wiederkehrende Läusebefall. Die Ärztin räumte mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf. „Läuse sind nicht ein Indiz für nachlässige Körperpflege, sondern sie halten sich mit Vorliebe in frisch gewaschenen Haaren auf.“ Während die kleinen Blutsauger relativ einfach aus der Haarpracht entfernt werden können, bereiten die Nissen, das sind die Eier der Quälgeister, mehr Probleme.
Nicht angesprochen wurden an diesem Abend Neurodermitis, Asthma und Allergien. Dies hätte den Veranstaltungsrahmen gesprengt. Angela Kuttig bot dafür ein gesondertes Treffen an. (olm)

|
Alle wichtigen Infos zu den Fischtown Pinguins finden Sie in unserem REV-Spezial. |
![]() |
|