
Loxstedt. Die meisten Vereine machen in den Winterferien Pause. Beim Reitklub Loxstedt ginge das gar nicht. Denn die sieben Schulpferde des Klubs brauchen ihre Bewegung und wollen etwas zwischen die Zähne haben. Der Stall muss ausgemistet werden. Ferien beim Reitclub gibt es nur im Sommer.
An diesem kalten Wintermorgen duftet es köstlich nach Pferd, Stroh und Heu im Stall in der Klaus-Gieschen-Straße. Petra Gerken hantiert mit der Forke und mistet Faneos Box aus.
Der steht derweil unter dem Solarium und lässt sich die Höhensonne auf den Pelz scheinen. Faneo hat es richtig gut. Er ist aber auch ein toller Hengst. Verzeihung. Nein. Faneo ist ein Wallach. Aber das, was man einen Frauentyp nennt. Ein Frauentyp auf vier Beinen mit dem stattlichen Stockmaß von 1,80 Metern. Vor rund einem Jahr hat der Reitklub ihn gekauft. Die Gemeinde hat sogar noch 1000 Euro dazubezahlt, weil die Kinder auf Faneo voltigieren lernen.
Petra Gerken hat ihn in ihr Herz geschlossen. Aber nicht nur sie: Auch ihr Ehemann Detlef schmust noch einmal mit ihm, bevor sie ihm seine „Schlammdecke“ festknöpft. Die bekommt Faneo auf dem Rücken, wenn er auf die Weide zum Spielen geht. Weil er sich sonst schmutzig machen würden, denn Pferde lieben es, sich hinzuschmeißen und zu wälzen.
Ute Ohlandt wird von allen als Seele des Reitklubs betrachtet. Sie sorgt dafür, dass die Pferde das tun, was ihnen außer Fressen am zweitliebsten ist: sich bewegen. Und sie sorgt dafür, dass der Reitklub seine 270 Mitglieder behält, weil sie ihnen Reitunterricht gibt.
„Pferde können nicht 24 Stunden lang im Stall stehen“, sagt sie. Deshalb sei es auch ganz gut, dass sie für ihr Futter arbeiten müssten. Faneo springt derweil schon mit Whisper auf der winterlichen Weide herum – immer um den Apfelbaum herum, dessen Zweige sich kahl in den Himmel recken. Im Herbst sammeln die Pferde seine Äpfel mit ihren weichen Lippen auf und verspeisen sie genüsslich.
Wer arbeitet, der muss auch Urlaub haben. Den bekommen die Pferde des Loxstedter Reitclubs im Sommer. Sechs Wochen lang kommen sie auf die Sommerweide. „Das brauchen sie auch. Danach gehen sie mit ganz neuem Elan wieder an die Arbeit“, sagt Ute Ohlandt.
Und nur damit die Pferde Urlaub machen können und die Reitlehrerin auch, hat der Reitclub im Sommer sechs Wochen lang Pause.
Mitglieder: 270.
Vorsitzender: Christian Schumacher.
Kontakt: Reitlehrerin Ute Ohlandt, 0170/5407521.

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