
Von 1874 bis 1976 wurde dort unterrichtet. Ein Kreuz auf dem Dach zeugt vom Anteil der Kirche am Bau der „Alten Schule“. Drei Kriege mit vielen Gefallenen und Flüchtlingen hatten das Bevölkerungsbild verändert. Bis dahin (1774–1874 ) gab es in der Bederkesaer Straße eine viel zu klein und baufällig gewordene Schule. Kirchen- und Schulvorstand planten in der Ortsmitte ein Küster- und Schulhaus, aus Mitteln der Kirche und Schule erbaut. In den Grundfesten wurde das Gebäude belassen, auch wenn die Räume einige Male umgebaut wurden. Erwähnenswert ist das Schieferdach von 1874.
Am 27. Juni 1929 vollzog sich die Vermögensauseinandersetzung zwischen Kirche und Schule. Da ging auch die von der Kirche ausgeübte Schulaufsicht auf den Staat über. Der Kirche blieb ein Nutzungsrecht an einer Wohnung im Schulgebäude. Am 5. September 1932 wurde der Kirche im Grundbuch das Recht eingetragen, das Schulgebäude für kirchlichen Unterricht zu nutzten, was bis 1976 eingehalten wurde. Bis in die 80er Jahre wurde die „Alte Schule“ als Spielkreis oder Kindergarten genutzt.
Seit 2004 nutzen Vereine und Verbände Neuenwaldes das Haus für Aktivitäten. Ortsbürgermeisterin Ellen Frank: „2003 sah ich in dem Gebäude ein wünschenswertes Potenzial. Der Kindergarten zog in ein neues Gebäude. Die Schule stand leer. Schnell war ein Plan aufgestellt. Ortsbürgermeister Kopelke unterstützte das Vorhaben. Wir legten der Bezirksregierung die Pläne vor, sie gab ihr Okay – Bedingung: ohne öffentliche Mittel.“ Frank rührte die Werbetrommel für ihre Idee, Vereine waren dabei, es wurde gewerkelt, gestrichen, verschönert, ehrenamtlich. Besonders der Eingangsbereich macht Frank stolz: „Der Neuenwalder Hundertwasser-Fußboden, der zu einem Fußbodenmosaik aus zig Teilen Marmor und Granit gelegt wurde, alles Spenden von Steinmetzen.“
2004 wurde das „Haus der Vereine“ eingeweiht. Jeder Verein hat seinen Raum: gemischter Chor, Dahlemer Singers, DRK, EDV-Club, Klönschnackgruppe, Töpfergruppe, Jugend des DRK. Die VHS ist mit im Boot wie auch die Jugendarbeit der Stadt und „Talk am Dienstag“, auch der Ortsrat im tagt im „Haus der Vereine“.
Frank: „Hier können die Vereine gut miteinander arbeiten.“ Sie macht sich allerdings auch etwas Sorgen. Zwar führen zwei gute Seelen das Regime im „Haus der Vereine“. Margot Fähling (DRK-Vorsitzende) und der Vorsitzende des gemischten Chores, Reinhard Schoolmann, passen auf, dass alles pfleglich behandelt wird und sorgen für Instandhaltung und Gemütlichkeit. Aber nach wie vor gibt es keine öffentlichen Mittel für das Domizil. Frank hat schon einige Idee für die Zeit nach ihr: „Vielleicht können wir ja so eine Art Förderverein gründen. Mal sehen.“ (ire)

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