
„Eigentlich sind es ja schon mehr als 25 Jahre“, sagt die 45-Jährige lachend. Denn das Vorpraktikum und das Berufspraktikum machte sie ebenfalls im ältesten Kindergarten Langens, der auch noch an der Straße steht, in der Anja Michnikowski aufwuchs.
Als 16-Jährige begann sie ihre Ausbildung am Schulzentrum Geschwister Scholl. „Das gefiel mir zuerst überhaupt nicht“, gesteht sie heute. Sie war die Jüngste in der Klasse, manche Mitschüler doppelt so alt wie sie. „Die hatten schon eigene Kinder und kannten Fremdwörter, von denen hatte ich noch nie was gehört.“ Doch schon bald brachte ihr auch die Theorie Spaß, und sie baute nebenbei noch ihr Fachabitur.
Dass sie einmal Erzieherin werden würde, war der Langenerin schon früh klar: nämlich im Kindergarten. Der Wunsch ging am 1. September 1985 in Erfüllung, als sie nach ihrem einjährigen Berufspraktikum im Kindergarten Mittelfeldweg übernommen wurde. Bereits damals gab es in der Einrichtung drei Gruppen – doch sonst war vieles anders. „Alle Erzieherinnen siezten sich, die Türen der Gruppenräume blieben immer zu.“
Sie erlaubte ihren Kindern aber schon einmal, auch im Flur oder der Turnhalle auf eigene Faust zu spielen. „Tja, und dann kriegte ich Ärger, weil meine Kinder angeblich den Linoleumboden der Turnhalle angemalt hatten“, so Anja Michnikowski schmunzelnd. Sie stritt das erstmal ab – doch leider hatten die Zeichner ihre Bilder auf dem Boden mit Autogrammen versehen.
Sie hat viel erlebt in 25 Jahren Kindergarten, zum Glück fast nur Positives. „Die Kinder haben sich in der Zeit gar nicht so verändert, wie man immer meint.“ Heute, so denkt sie, gäbe es vielleicht sogar mehr „originelle“ Kinder. Denen will sie die drei „S“ mitgeben: Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Sozialverhalten. Sie möchte bei ihren Jungs und Mädchen aus der Froschgruppe das Interesse an der Natur wecken und immer wieder versuchen, alle in Bewegung zu bringen.
Wie hält man das aus, jeden Morgen mit 25 Kindern zu basteln, zu singen, zu essen, zu turnen, Fragen zu beantworten, zu trösten und Streit zu schlichten? „Mit Ruhe. Anders geht es nicht.“
Ruhe findet die Erzieherin im Dänemark-Urlaub mit Freund und Hund. „Ja, das ist dann wohl der Ausgleich, den ich brauche, obwohl ich wirklich jeden Tag Spaß an der Arbeit habe.“
Jetzt ist sie, die immer gerne Neues ausprobiert, gespannt auf den Umbau des Kindergartens. „Das bringt uns mehr Platz und damit mehr Möglichkeiten“, ist sie überzeugt. Und sie wartet auf den „Tag X“: der Tag, an dem das erste Mal ein Kind in den Gruppenraum marschiert, dessen Mutter oder Vater bereits selbst ein Froschkind war.

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