
Zur Lage im Dezember und Januar sowie zur Erläuterung der Geschehnisse im Grauwall-Gebiet hatte Stadtbürgermeister Thorsten Krüger (SPD) ins Dorfgemeinschaftshaus nach Imsum eingeladen. 140 Bürger begrüßte der Hausherr, Imsums Bürgermeister Günther Diekhoff (SPD).
Rund 13 000 Hektar Flächen werden über den Grauwallkanal entwässert. „Alle negativen Einflüsse sind zusammengetroffen. Zum einen waren die Niederschläge enorm hoch und der starke Sturm aus Nordwest drückte auf das neue Sieltor in Weddewarden: Wasser der Weser konnte nicht ablaufen, Wasser aus dem Kanal nicht abfließen“, so Ströer. Der Grauwallkanal ist an einigen Stellen über die Ufer getreten, Regenwasserrückhaltebecken waren randvoll. „Dort sind Lunken in der Verwallung“, so Imsums Ortsbrandmeister Matthias Witte. „Wenn Unterhaltungsbedarf vorhanden ist, werden wir handeln“, versicherte Ströer.
„Die Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße war eine reine Vorsichtsmaßnahme, die in Absprache mit der Stadt erfolgt ist“, sagte Krüger. So war gewährleistet, dass kein Autofahrer wegen des aufgeweichten Seitenraumes in den Kanal stürzt. Er habe allerdings kein Verständnis dafür, dass die Absperrungen von Passanten beiseitegeräumt wurden.
Der Bau des neuen Auslaufsiels in Weddewarden war wegen CT IV erforderlich und wurde vor knapp zwei Jahren in Betrieb genommen. Eingebaut wurde modernste Technik. Bei der Extrembelastung im Dezember und Januar mussten einige Einstellungen in der Steuerung der Anlagentechnik korrigiert werden. „Das wird sich einspielen. Solche Naturereignisse kann man nicht im Labor simulieren“, so Ströer.
Mit dem Rückbau des Vorgängers, der nicht sofort erfolgen konnte, weil sich der Deich setzen und das Erdreich ablagern musste, wird eine um 20 Prozent bessere Entwässerung des Kanals erwartet, weil dann die volle Breite des Auslaufs genutzt werden kann. Noch sitzt das alte Siel, soll aber in diesem Jahr, sofern Finanzierung gesichert und Fördermittel bewilligt sind, zurückgebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf 550 000 Euro. „Wenn es keine Fördermittel gibt, sitzt das alte Siel noch in drei Jahren“, bemerkte ein Zuhörer. „Dann werden wir andere Lösungen suchen“, versprach Ströer. „Über Beitragserhöhungen“, kam es zurück. „Nein, das ist nicht geplant. Ich könnte mir eine Vorfinanzierung des Verbandes vorstellen“, sagte der Geschäftsführer.
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