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Altes Siel soll verschwinden


Imsum. „Wir wollen nichts verharmlosen, es war eine angespannte Situation“, gestand Kreisgeschäftsführer Thomas Ströer bei der Infoveranstaltung zur Hochwassersituation im Grauwall-Gebiet. Forderungen nach Rückbau des alten Siels in Weddewarden, Reparatur der Verwallung am Kanal sowie der Bau eines Schöpfwerkes wurden gestellt. Von Jürgen Malekaitis


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Der Saal des Dorfgemeinschaftshauses in Imsum war bei der Infoveranstaltung zur Grauwallkanal-Situation bis auf den letzten Platz besetzt. Fotos jm

Zur Lage im Dezember und Januar sowie zur Erläuterung der Geschehnisse im Grauwall-Gebiet hatte Stadtbürgermeister Thorsten Krüger (SPD) ins Dorfgemeinschaftshaus nach Imsum eingeladen. 140 Bürger begrüßte der Hausherr, Imsums Bürgermeister Günther Diekhoff (SPD).

Rund 13 000 Hektar Flächen werden über den Grauwallkanal entwässert. „Alle negativen Einflüsse sind zusammengetroffen. Zum einen waren die Niederschläge enorm hoch und der starke Sturm aus Nordwest drückte auf das neue Sieltor in Weddewarden: Wasser der Weser konnte nicht ablaufen, Wasser aus dem Kanal nicht abfließen“, so Ströer. Der Grauwallkanal ist an einigen Stellen über die Ufer getreten, Regenwasserrückhaltebecken waren randvoll. „Dort sind Lunken in der Verwallung“, so Imsums Ortsbrandmeister Matthias Witte. „Wenn Unterhaltungsbedarf vorhanden ist, werden wir handeln“, versicherte Ströer.

„Die Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße war eine reine Vorsichtsmaßnahme, die in Absprache mit der Stadt erfolgt ist“, sagte Krüger. So war gewährleistet, dass kein Autofahrer wegen des aufgeweichten Seitenraumes in den Kanal stürzt. Er habe allerdings kein Verständnis dafür, dass die Absperrungen von Passanten beiseitegeräumt wurden.

Der Bau des neuen Auslaufsiels in Weddewarden war wegen CT IV erforderlich und wurde vor knapp zwei Jahren in Betrieb genommen. Eingebaut wurde modernste Technik. Bei der Extrembelastung im Dezember und Januar mussten einige Einstellungen in der Steuerung der Anlagentechnik korrigiert werden. „Das wird sich einspielen. Solche Naturereignisse kann man nicht im Labor simulieren“, so Ströer.

Mit dem Rückbau des Vorgängers, der nicht sofort erfolgen konnte, weil sich der Deich setzen und das Erdreich ablagern musste, wird eine um 20 Prozent bessere Entwässerung des Kanals erwartet, weil dann die volle Breite des Auslaufs genutzt werden kann. Noch sitzt das alte Siel, soll aber in diesem Jahr, sofern Finanzierung gesichert und Fördermittel bewilligt sind, zurückgebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf 550 000 Euro. „Wenn es keine Fördermittel gibt, sitzt das alte Siel noch in drei Jahren“, bemerkte ein Zuhörer. „Dann werden wir andere Lösungen suchen“, versprach Ströer. „Über Beitragserhöhungen“, kam es zurück. „Nein, das ist nicht geplant. Ich könnte mir eine Vorfinanzierung des Verbandes vorstellen“, sagte der Geschäftsführer.

„Die Sache ernst nehmen“

„Ich sehe es nicht so, dass keine Gefahr bestand“, sagte Christopher Hannken aus Imsum und erinnert an die Sturmflut vor 50 Jahren. „Wir müssen die Sache am Grauwall ernst nehmen“, appellierte er an die Verbände. „Die Lage war für mich existenzbedrohend“, wetterte Günter Nagelfeld aus Sievern. Der Kanal sei Ende der 60er Jahre vorrangig zur Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen gebaut worden. „Wenn’s nicht mehr reicht, muss ein Schöpfwerk her“, so Nagelfeld.

Artikel vom 01.02.12 - 07:00 Uhr
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