Enttäuscht über diesen Verfahrensstand zeigt sich der neue Bürgermeister der Gemeinde, Leo Mahler (SPD): „Wie sollen wir zählen, wenn es noch keine offizielle Querung gibt?“, fragt er.
Zur Geschichte: Im August 2010 beantragte die Hagener Bürgerin Katrin Hantke bei der Gemeinde Hagen, „für eine sichere Querung des Amtsdammes zwischen Kassebrucher Weg und Gewerbegebiet möglichst kurzfristig während der kommenden zwei Jahre zu sorgen“. Fast zeitgleich stellten die CDU und die SPD ähnliche Anträge im Gemeinderat. Für die Umsetzung des Vorhabens wurden 30 000 Euro in den Haushalt 2012 eingestellt.
Der Grund für diese Forderung: Zu Spitzenverkehrszeiten oder etwa bei Sperrung der nahegelegen A 27 aufgrund eines Unfalls ist eine sichere Querung des Amtsdammes, der gleichzeitig die Landesstraße 134 ist, kaum möglich. Gerade für ältere Bürger, Kinder sowie Radfahrer gehe von dem starken Verkehr eine Gefährdung beim Überqueren aus, weil zahlreiche Wohngebiete auf der nördlichen Seite der Straße liegen und das Gewerbegebiet Döhrenacker mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten auf der südlichen Straßenseite, sind sich die Kommunalpolitiker einig.
Es wurde ein Arbeitskreis „Amtsdammquerung“ ins Leben gerufen, der nach Lösungen suchte. Fachlich begleitete ihn der Verkehrsplaner Fred Radder von der Verkehrs- und Regionalplanung, der in der Kommune in Sachen Verkehr kein Unbekannter ist. Er schaffte auch mit einer 24-stündigen Verkehrszählung in diesem Bereich das notwendige Datenmaterial für die Querung.
Als Querungspunkte standen schließlich zur Debatte: An der Wassergarde, an der Einmündung Kassebrucher Weg sowie im Kreuzungsbereich Amtsdamm/Lindenstraße in Höhe der Discothek und dem Schützenweg. Nach längerer Debatte entschieden sich alle Beteiligten für letzteren Vorschlag.
Zum Überqueren der Straße standen zwei Varianten zur Auswahl: Eine Fußgängerampel, die nur bei Bedarf betätigt wird oder die Aufweitung der Straße und der Bau einer Verkehrsinsel in der Straßenmitte, die eine Querung in zwei Schritten ermöglicht.
In beiden Fällen trägt die Gemeinde die Kosten. Für die nun geplante „Insellösung“ reichen die 30 000 Euro jedoch nicht: Sie ist mit 70 000 bis 80 000 Euro kalkuliert. „Um die mit engagierten Bürgern erarbeitete Lösung zum Ende zu bringen, sind die Mehrkosten im Haushalt eingeplant“, erläutert Bürgermeister Leo Mahler.
„Der Standort bleibt. Sobald der Haushalt genehmigt ist, werden wir die Maßnahme umsetzen“, kündigte Mahler an. „Wir haben aber gelernt und werden gleich Leerrohre verlegen, um notfalls eine Fußgängerampel noch nachrüsten zu können, wenn es das Datenmaterial dann hergibt“, blickt er nach vorn. (rk)
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