
Dabei ist es dem Christdemokraten in der Nachfolge von Fabian Stemmermann wichtig, die lebendigen Strukturen in der Gemeinde zu erhalten. „Wir müssen unsere Kindergärten stabilisieren und weiterentwickeln“, betont Boldt. Der Polizeibeamte im Ruhestand spricht an diesem schneeschaurigen Morgen oft vom demographischen Wandel, dessen Auswirkungen „bei uns auf dem Lande schon seit langem zu spüren sind“. Leerstehende Häuser seien da nur ein Indiz von vielen. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren durch Todesfälle und Wegzug rund 100 Einwohner verloren“, bedauert Boldt. Deshalb will der neue Bürgermeister „mit allen politischen Mitteln“ kämpfen für das, was Wohnen auf dem Lande attraktiv erscheinen lässt. Eine starke Grundschule wie die in Lintig gehöre dazu. „Das ist mir persönlich sehr wichtig“, sagt Boldt. Und die Förderung des Vereinslebens und der Jugendarbeit ebenso. Boldt war 28 Jahre lang Vorsitzender des MTV Lintig. „Ich weiß, wovon die Rede ist“, meint er. Auch das ehrenamtliche Engagement müsse als „Kitt im sozialen Gefüge“ gefestigt werden.
Darüber hinaus will der neue Bürgermeister in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat die heimische Landwirtschaft und das ortsansässige Gewerbe stärken. Arbeitsplätze seien unerlässlich für den Fortbestand der Gemeinde Lintig, mit rund 48 Quadratkilometern immerhin flächengrößte der Samtgemeinde Bederkesa. Da die Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt in Lintig, stehen natürlich Unterhaltung und Ausbau von Gemeindestraßen und Wirtschaftswegen in Zusammenarbeit mit der Jagdgenossenschaft als „permanente Aufgabe“ auf der Boldt’schen Agenda.
Apropos Wirtschaftskraft: Der Bürgermeister freut sich, dass der Windpark „Wittgeeste“ auf der Grenze von Großenhain und Meckelstedt in den Jahren 2012 und 2013 realisiert werden soll. „Die sieben Anlagen von 185 bis 200 Metern Höhe bringen Gewerbesteuer in die Gemeindekasse“, bricht Boldt eine Lanze für den Ausbau regenerativer Energieformen. Dabei lässt er nicht unerwähnt, „dass in der Hauptsache die Landwirte als Landverpächter profitieren werden“.
„Mitgestalten“ will er und die „Geschicke der Gemeinde lenken“. Dass diese nach der Fusion zwischen der Samtgemeinde Bederkesa und der Stadt Langen in einem neuen Gemeinwesen aufgehen wird, stört Wilhelm Boldt nicht: „Wir sehen die Vorzüge dieser Fusion und werden sie positiv begleiten.“

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