Noch fliegt die Do 228 über der Nord- und Ostsee Streife. Die Besatzung sucht an den Küsten nach Öl und anderen Umweltverschmutzungen. Seit 21 Jahren ist das Flugzeug im Dienst, jetzt soll es verkauft werden. Die Verwertungsgesellschaft des Bundes (VEBEG), die den Verkauf abwickelt, hat die Ausschreibung ins Internet gestellt. Dort kann für die Maschine geboten werden.
Mitbieten kann jeder, der sich registriert. Auch der Nutzung durch den späteren Käufer sind keine Grenzen gesetzt. Ob gewerblicher oder privater Gebrauch, ein weiterer Einsatz als Überwachungsflugzeug oder die Umrüstung für andere Zwecke – vieles ist möglich. „Was der Käufer damit macht, ist seine Sache“, sagt VEBEG-Sprecher Frank Löwe. Nur in einem Punkt ist er sich sicher: „Für museale Zwecke wird es sicherlich nicht genutzt werden. Wir verkaufen ein voll funktionsfähiges Flugzeug. Das wird fürs Museum nicht erschwinglich sein.“
Der Verkaufspreis ist zwar nicht genau vorherzusagen, wird laut Löwe aber mindestens im sechsstelligen Bereich liegen. Eine Fracht- und eine Passagiermaschine vom selben Typ verkaufte die VEBEG 2006 für 1,5 beziehungsweise 1,7 Millionen Euro. „Das lässt aber keinen Rückschluss zu. Dieses Flugzeug hat eine sehr spezielle Missionsausrüstung“, sagt Löwe. Über laufende Gebote kann er keine Auskunft geben. Die sehen auch die Mitarbeiter der VEBEG nicht – bis am 13. September um 13 Uhr die Angebotsphase abläuft.
Die Maschine sei in gutem Zustand, sie wird noch bis zum 31. August für die Marine im Einsatz sein. Trotzdem rät die VEBEG Interessenten dringend, sich bei den Besichtigungsterminen am 4. und 5. September auf dem Flugplatz in Nordholz selbst ein Bild von der Beschaffenheit zu machen. „Wer bietet, ohne zu besichtigen, hat das kaufmännische Risiko“, sagt Löwe.
Die VEBEG ist eine Treuhandgesellschaft des Bundes. Sie wurde 1951 gegründet, um Material des Bundes, dass den Alliierten zur Verfügung gestellt worden war, zu verwerten. Mittlerweile bekommt das Unternehmen Aufträge von der Bundeswehr, Katastrophenschutz, Bundespolizei und Ministerien und Behörden von Bund, Land und Kommunen. Dabei erzielt die VEBEG Umsätze von 70 bis 100 Millionen Euro jährlich. „Insgesamt arbeiten wir an der dritten Milliarde für den Bund“, so Löwe.
Das höchste Gebot bekam die VEBEG bislang für ein Flugzeug vom Typ Challenger 601 – fast 18 Millionen Deutsche Mark bezahlte der Käufer seinerzeit. Aber nicht nur altes Bundeswehrequipment gibt es zu kaufen, sondern auch vieles, was beim Zoll hängengeblieben ist. So hatte die VEBEG einmal 90 000 Flaschen Wodka im Angebot, für die die Importsteuer nicht bezahlt worden war. Für potenzielle Kunden gilt: „Wir haben alles, was Sie brauchen, und was wir nicht haben, das brauchen Sie auch nicht“, sagt Löwe.
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