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Fernweh gibt’s im Doppelpack


Langen. Temperaturen um die 30 Grad, Wasserfälle und türkisfarbener Strand warten auf Christian. Alex weiß noch nicht, wo er ab August leben wird. Eins ist jedoch klar: irgendwo in Amerika. Die zwei Brüder Christian und Alexander Lehn ziehen für ein Jahr ins Ausland: Christian in die Dominikanische Republik und Alexander in die USA. Von Lina Friedrich


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Startklar fürs Auslandsjahr (von links): Die Langener Brüder Alex und Christian Lehn gehen für ein Jahr ins Ausland – eine Zeit, in der sie jede Menge Lebenserfahrung sammeln wollen. Foto lin

Die beiden Brüder sitzen am Esstisch im heimischen Wohnzimmer in Langen. Gemeinsam zu Abend essen – davon müssen sie sich vorerst verabschieden.

„Am 24. Juli fliege ich für ein knappes Jahr in die Dominikanische Republik“, erzählt Christian Lehn, „dort werde ich als Aushilfslehrer an zwei Schulen arbeiten.“ Christian ist 18 Jahre alt und hat gerade sein Abitur in der Tasche. Jetzt schon mit dem Studium zu beginn, das kann er sich nicht vorstellen. „Ich will nächstes Jahr Englisch und Spanisch auf Lehramt studieren. Aber ich weiß noch nicht, ob dies das Richtige für mich ist. Deswegen sammele ich jetzt ein Jahr Erfahrung in dem Bereich“, erklärt Christian.

Die Wahl auf den zwischen Atlantik und Karibik gelegenen Inselstaat war ganz einfach. „Meine Mutter kommt aus der Dominikanischen Republik. Wir haben dort viele Verwandte und waren auch schon oft zu Besuch“, erzählt Christian und kann sich deshalb auch schon genaue Vorstellungen von dem Leben in der anderen Kultur machen.

Seine Großeltern wohnen in einem kleinen Dorf im Nordwesten des Landes, in Guyabín. Dort wird der Abiturient in einer Schule arbeiten, in die Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse gehen. „Das war praktisch für mich. Ich habe meine Verwandten gefragt, ob sie sich nach Möglichkeiten für ein Praktikum als Aushilfslehrer umhören können.“

Bewerbungsverfahren – das habe er nicht gehabt, sagt Christian und schaut seinen Bruder Alex an. Der hatte seinen Auslandsaufenthalt über eine Organisation geplant. Und er musste ein Bewerbungsverfahren durchlaufen.

Im November vergangenen Jahres hatte der 15-Jährige sich schriftlich bei der Organisation „partnership international“ beworben. Nach einem Auswahlverfahren wurde er Anfang Juni zu einem Wochenendseminar nach Köln eingeladen. Jetzt steht das Auslandsjahr in den USA fest. Dort wird er die Highschool besuchen und in einer Gastfamilie wohnen. „Wenn ich mir aussuchen dürfte, wo ich hinkomme, dann wäre das irgendwo an der Ostküste“, verrät Alexander, „aber eigentlich ist das auch egal. Hauptsache USA“, erzählt Alexander und freut sich: Am 30. Juli geht es über den großen Teich.

„Kein Internet im Dorf“

Während die USA heute noch als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gelten, hat Christian schon ein paar Bedenken davor, dass in Guyabín Langeweile aufkommen könnte. „In dem Dorf gibt es kein Internet. Ich glaube aber, dass meine Verwandten ganz viele Ausflüge mit mir machen werden. Außerdem kann ich auch in einer Großstadt, in Santiago, an einer Schule aushelfen. Also bin ich die Hälfte der Zeit im Dorf und die andere Hälfte in der Stadt“, erklärt Christian.

Der 18-Jährige erhält kein Geld für seine Arbeit an den Schulen, allerdings halten sich die Kosten für den Aufenthalt in Grenzen, da er bei der Familie wohnen kann. Der organisierte Austausch von Alex in den USA kostet die Familie Lehn rund 11 000 Euro.


Artikel vom 07.07.12 - 07:00 Uhr
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