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Musik scheint nicht von dieser Welt

Cappel. Es ist schon etwas Besonderes, wenn es in Cappel keinen Parkplatz mehr gibt. Als jetzt das Musikfest Bremen mit einem Konzert an der Arp-Schnitger-Orgel zu Gast war, verwandelte sich das kleine Dorf regelrecht in einen Festspielort.

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Bis auf den allerletzten Platz war die Cappeler Kirche besetzt. Das Bremer Musikfest war das Ereignis des Jahres. Fotos ul

„Es herrschte Festivalstimmung“, freute sich die Vorsitzende des Fördervereins der Arp-Schnitger- Orgel, Brigitte Siats. Dafür hätten schon die Übertragungswagen des NDR vor der Kirche gesorgt.

Zwei weltweit bekannte Organisten bestritten das zweistündige Programm auf verschiedene Weise. Masaaki Suzuki ist Professor für Orgel und Cembalo an der Nationalen Universität für Kunst und Musik in Tokio und seit 2009 Professor für Chorleitung an der Yale University (USA). Hans Ola Ericsson wurde 1989 Professor an der Hochschule für Musik in Piteå und Luleå (Schweden) und unterrichtet als Gastprofessor an der Hochschule für Künste in Bremen. Bekannt wurde er durch sein Engagement für zeitgenössische Orgelmusik.

Die Kirche war bis auf den allerletzten Platz von Orgelmusikliebhabern besetzt. „Wir freuen uns auf ein Konzert der Extraklasse“, betonte Cappels Pastor Martin Lenzer. Ohne Bach gäbe es keine Kirche und kein Musikfest Bremen, würdigte er die Verdienste des Komponisten.

Das Programm der Organisten gestaltete sich abwechslungsreich und unterschiedlich. Bach hatte als Zeitgenosse Schnitgers einen festen Platz im Repertoire beider Künstler. Der Schwede Ericsson sprengte im zweiten Teil das Programm. Zeitgenössische Orgelmusik von John Cage und György Ligeti spaltete die Zuhörer in zwei Lager. Die meisten waren überwältigt von der sphärischen Klangfülle der Cappeler Orgel. Nicht nur mit den Registern, auch mit der Windzufuhr erarbeitete Ericsson seine Töne, die nicht von dieser Welt schienen – Augen schließen und genießen. „Wir kennen Ericsson, wir haben es genossen“, sprach der langjährige Vorsitzende des Fördervereins, Eide Bartels, für viele Zuhörer.

Ein halbes Jahr vorher hätte der Förderverein mit dem Kirchenvorstand mit den Vorbereitungen für das große Ereignis begonnen, erzählte eine glückliche Kirchenvorsteherin Almut Harrs. Man hätte die Veranstaltung nicht aus der Hand geben wollen, um auch den treuen Stamm-Konzertbesuchern die Möglichkeit zu geben, Karten für das außergewöhnliche Konzert zu bekommen. „Mein Orgeltelefon läutete zeitweise ununterbrochen“, verriet Siats, die die Koordination des Kartenvorverkaufs übernommen hatte.

Künstler bleiben hinterher

Auch das übliche „Nachsitzen“ in Form eines gemütlichen Beisammenseins im Organistenhaus fand wie immer in Cappel nach dem Konzert statt. Wo haben Konzertbesucher sonst die Möglichkeit, in gleichgesinnter Runde zusammen mit den Künstlern bei Wein und Schnittchen den Abend ausklingen zu lassen? Masaaki Suzuki und Hans Ola Ericsson ließen sich von der gastfreundlichen Atmosphäre anstecken und saßen noch lange mit den Orgelfreunden zusammen. (ul)

Artikel vom 01.09.10 - 16:00 Uhr
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