
„Meine Mama, mein Papa, Oma und Opa“, erzählt Silas, „eigentlich alle lesen mir vor.“ Am liebsten hat der Fünfjährige Geschichten von „Ernie und Bert“. „Aber davon hab ich nur ein Buch“, sagt er ein bisschen traurig. Auch ein Sachbuch für Kinder, „Wissen ist alles“, legt er seinen Vorlesern derzeit gerne auf den Schoß. Gibt es etwas Schöneres, als vorgelesen zu bekommen? Da fällt dem jungen Mann nur eines ein: „Im Kindergarten spielen macht mehr Spaß.“
Aus dem Kindergarten ist Amelie schon raus. Aufs Vorlesen ist die Sechsjährige trotzdem sehr gespannt, denn: „Ich kann erst ein bisschen selber lesen“, verrät die Erstklässlerin, „Mi, Mu, Ma, Oma – mehr leider noch nicht.“ Aber auch sie hat zu Hause einen fleißigen Vorleser. „Mein großer Bruder liest mir immer meine Lieblingsgeschichten von ‚Mimi‘ vor.“ Doch jetzt Ruhe. „Psst“, macht Amelie und hält den Zeigefinger vor den Mund. Die nächste Geschichte fängt an.
Die Erzählungen, die Silas und Amelie und die anderen Kinder im Kindergarten „Die kleinen Zwerge“ an diesem ersten Tag des Vorlesefiebers hören, sind ganz neu, noch in keinem Buch erschienen. Geschrieben hat sie Carola Lange, Erzieherin im Uthleder Kindergarten. „Ich habe eine ganze Sammlung von eigenen Geschichten zu Hause“, verrät die Hobby-Autorin, „aber noch nicht einmal meinem Mann habe ich sie bisher gezeigt.“ Eine Weltpremiere beim Vorlesefieber in der Samtgemeinde Hagen.
Die Kommune war auch die erste im Landkreis, die das Vorlesen 2007 zu einer „fieberhaften“ Veranstaltungsreihe machte. Bei der offiziellen Eröffnung gestern Abend wurde die vierte Auflage eingeläutet. Noch bis Sonntag werden Geschichten vorgelesen.

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