Im sogenannten Zukunftsvertrag lockt das Land die Gemeinden, die sich mit den Nachbarn zusammenschließen, um Kosten zu sparen, mit einem kräftigen Schuldenerlass. Bis zu drei Viertel der Kassenkredite will Hannover übernehmen – im Falle von Nordholz und Wursten wären das über 33 Millionen Euro. Allerdings fließt das Geld nur, wenn dadurch Gemeinden entstehen, die auch die Chance haben, schwarze Zahlen zu schreiben.
Das haben Ministerialbeamte in einem Gespräch mit Vertretern beider Gemeinden und des Kreises klargestellt. Binnen fünf Jahren, spätestens aber bis 2020, müsse die neue Kommune aus den roten Zahlen heraus sein, hieß es in dem Vertragsentwurf, den das Land präsentierte. „Das aber schaffen wir nicht“, waren sich der Nordholzer Bürgermeister Bernhard Jährling und Wurstens stellvertretender Verwaltungschef Friedrich Bokeloh einig.
Für den Nordholzer Bürgermeister ist die Fusion – ob nun mit Wursten oder der viel tiefer in den roten Zahlen steckenden Stadt Cuxhaven – damit vom Tisch. „Wenn wir das Geld nicht bekommen, geben wir auch unsere Selbstständigkeit nicht auf“, betonte er. Seinen Rat habe er über die Hiobsbotschaft aus Hannover sowie seine Haltung dazu informiert und zustimmendes Nicken geerntet. „Für uns ist die Sache erledigt“, so Jährling.
Die Nachbarn hingegen schlagen noch nicht alle Türen zu. Die Wurster, denen allein in diesem Jahr vier Millionen Euro in der Kasse fehlen, fürchten, dass das Land sie in Zukunft zu noch tieferen Einschnitten drängen wird. „Deshalb wollen wir mit den Nordholzern noch mal über die Fusion sprechen, vielleicht in einer gemeinsamen Sitzung beider Räte“, kündigte Bokeloh an. Auch Cuxhavens Oberbürgermeister Arno Stabbert hatte auf Rettung durch den Zusammenschluss mit Nordholz gehofft. „Aber eine Hochzeit kommt nur zustande, wenn beide Partner sie wollen“, musste er eingestehen.

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