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Das „Seeloch“ bleibt dicht


Bad Bederkesa. Das „Seeloch“ bleibt geschlossen. Zumindest vorerst. Der Bau- und Planungsausschuss des Fleckens konnte sich nicht dazu durchringen, dem Wunsch der Projektgruppe aus der Zukunftswerkstatt zu folgen und die Verbindung zwischen See und Kanal wieder zu öffnen. Nach langen Diskussionen wurde das Thema vor allem mit Blick auf die unklaren finanziellen Folgen zurückgestellt. Von Andreas Schoener


Dabei machte Ausschussvorsitzender Kristian Schmidt am Donnerstag vor rund 40 Bürgern im Ratssaal klar, dass man das Engagement der „Zukunftsarbeiter“ sehr begrüße und die versagte Empfehlung „keine Entscheidung auf immer und ewig sein muss“.

Dr. Hans Hellberg, dessen Projektgruppe sich im Einvernehmen mit „allen maßgeblichen Vereinen“ sieht, hatte zuvor erneut eine Lanze gebrochen für die Wiederöffnung des „Seelochs“. Diese Maßnahme sei grundweg falsch gewesen, meinte Hellberg auch mit Blick auf die daraus resultierende zunehmende Verlandung des Sees und „viele negative Folgen an den Ufern“. Im Sommer gebe es einen Wasserstandsniveau-Unterschied zwischen See und Kanal von bis zu 25 Zentimetern, der es zum Beispiel Besuchern unmöglich mache, ihre Boote zu Wasser zu lassen.

Dr. Hellberg kritisierte zudem, dass von der Kanalpromenade her kaum ein freier Blick auf den See möglich sei: „Faktisch ist der See vom Ort getrennt worden.“ Technisch sei die Wiederöffnung kein großes Problem, berief sich Dr. Hellberg auf die Aktenlage und forderte unter Hinweis auf die touristische Entwicklung des Fleckens eine Grundsatzentscheidung. Finanziell sei sicherlich mit Zuschüssen zu rechnen. „Das ist eine Investition in die Zukunft.“ Sollte das „Seeloch“ nicht geöffnet werden, müsste zumindest der Seedeich geschliffen werden.

Nutzen für die Segler

Dass weder das eine noch das andere an diesem Abend eine Mehrheit finden würde, wusste Dr. Hellberg zu dem Zeitpunkt nicht. Auch nicht Arno Peterson vom Wassersportverein, der bestenfalls die Schleifung des Seedeichs empfahl. Der hohe Wasserstand im See nutze den Seglern und dem Wassersporttourismus.

Verwaltung und Politik, allen voran die CDU, befürchteten indes unkalkulierbare Gesamtkosten und erkannten keine Vorteile, das „Seeloch“ wieder zu öffnen. Zudem verwies das Gremium auf die Stellungnahme des Fischereibetriebs Lasner. Erst nach 20 Jahren habe sich die Fischpopulation an die geänderten Verhältnisse gewöhnt und erholt, zitierte CDU-Sprecher Uwe Bischoff entsprechende Äußerungen des Betriebs. „Was nützt uns ein Seeloch, wenn dadurch der See, der Wassersport und viele Existenzen zugrunde gehen?“, fragte Uwe Bischoff – eher rhetorisch.

1986 geschlossen

Das Seeloch wurde im Jahre 1986 geschlossen, um den See aufzustauen und genügend Wassertiefe für den Wassersport zu erreichen. Zudem sollte die Überdüngung des Sees eingedämmt werden.

Artikel vom 21.03.10 - 06:00 Uhr
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