Damals hatte der Demografiebeauftragte für das Regionalforum eine große Untersuchung über den demografischen Wandel im Unterweserraum angestellt. Darin ist unter anderem festgehalten, dass alle Kommunen im Landkreis den Höchststand ihrer Einwohnerentwicklung spätestens im Jahr 2005 erreicht haben werden und dann mehr oder weniger stark schrumpfen. Darauf hatte Stölting in seiner Ausarbeitung „Die kommunale Ebene im Landkreis Cuxhaven“ bereits im November 2008 hingewiesen und die wesentlichen örtlichen Entwicklungen (Alterung, Wanderungen, Geburtenrückgang) fundiert analysiert. Dass der eine oder andere, der im Landkreis politische Verantwortung trägt, derlei offensichtlich nicht so ernst genommen hat, erstaunt Stölting.
Doch der 57-Jährige arbeitet weiter, weil seine Dienste zunehmend stärker nachgefragt werden. Nicht nur in Nordenham, wo er seit Mitte 2009 im Rahmen einer Vereinbarung über interkommunale Zusammenarbeit ein demografisches Gutachten erstellt hat und derzeit beratend tätig ist, wenn es um die Umsetzung geht. „Wir arbeiten gemeinsam die Handlungsfelder ab“, sagt Stölting und erwähnt Kindergarteneinrichtungen ebenso wie Schulen und Fragen der Stadtentwicklung. „Weniger Kinder und Jugendliche, dafür umso mehr Ältere – das hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche eines Gemeinwesens“, betont der 1. Stadtrat. Das nächste Projekt wird eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis Wesermarsch sein. Auch hier geht es um demografische Untersuchungen und daraus resultierende Konsequenzen. „Nebenbei“ hielt und hält Burgfried Stölting Vorträge. Anfang März zum Beispiel sprach er in Cadenberge auf Einladung des CDU-Samtgemeindeverbandes Am Dobrock über demografischen Wandel, er hat im Rat der Stadt Elsfleth berichtet und in der Gemeinde Berne (Landkreis Wesermarsch) bei der dortigen SPD. „Drei Vorträge binnen drei Wochen“, sagt Stölting nicht ohne Stolz und verweist darauf, dass die Notwendigkeit, über Demografie zu reden und dann zu handeln, „wohl zunehmend erkannt wird“. Auch in Hagen. Hier referiert Stölting im April im Samtgemeinde-Ausschuss. Zudem unterhält der 1. Stadtrat Kontakte zur Handwerkskammer Bremerhaven. „Demografie hängt eng mit Fachkräftemangel zusammen“, sagt er.
Mittlerweile hat sich der gute Ruf Stöltings über die Landesgrenze hinaus verbreitet. So arbeitet der 57-Jährige auch als Gutachter in der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement in Köln (KGSt) mit: „Wir entwickeln einen Katalog, der demografische Prozesse bundesweit misst und vergleicht.“ Stölting ist gefragt.

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