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Kippt der geplante Windpark in Wellen?


Beverstedt. Der Windpark in Beverstedt-Wellen, einer von vier geplanten neuen Standorten in der Samtgemeinde, könnte scheitern. Der Grund: Im Süden des Fleckens, über den Steinkamp hinaus Richtung Wellen, will die Kommune Bauland ausweisen. Es sei die einzige Richtung, in die sich Beverstedt in Zukunft noch erweitern könne, heißt es. Von Inga Hansen


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Darauf weist die Samtgemeinde in ihrer Stellungnahme zum Regionalen Raumordnungsprogramm hin, die vom Planungs- und Wirtschaftsförderungsausschuss auf den Weg gebracht wurde. Das Raumordnungsprogramm sieht unter anderem vier neue Windpark-Standorte vor: in Wellen, Appeln, Kirchwistedt-Ahe sowie zwischen Heerstedt und Lunestedt. Festgelegt ist darin aber auch, dass die Windräder mindestens 1000 Meter von Ortschaften und 500 Meter von einzelnen Gehöften entfernt sein müssen. Der Wellener Park wird damit gleich von zwei Seiten attackiert: Durch den Bauland-Anspruch in Beverstedt schrumpft er bereits auf die Hälfte.

Kreis muss „Ort“definieren

Zudem fordern die Kommunalpolitiker einen Mindestabstand von 1000 Metern zu den Ortsteilen Taben und Kramelheide. Wenn der Kreis dem folgt, dürfte vom Windpark Wellen nichts übrig bleiben. Beim geplanten Windpark in Kirchwistedt-Ahe fordern die Kommunalpolitiker ebenso den 1000-Meter-Abstand zum Ortsteil Ahe ein, beim für Bramstedt geplanten Park den gleichen Abstand zu den Ortsteilen Gackau/Kransmoor. Klaus Hamborg, stellvertretender Verwaltungschef in Beverstedt, mahnt den Kreis in diesem Zusammenhang an, klarer zu definieren, ab wie vielen Häusern es sich um eine Ortschaft handelt.

Auch sonst sind die Politiker längst nicht mit allem einverstanden, was in Cuxhaven an Raumordnungs-Vorschlägen ausgebrütet wurde. Ihre Forderungen:

Bokel, Lunestedt und Stubben sollen wegen ihrer guten Bahnanbindung auch als Standorte für Bauland gelten.

Lunestedt und Kirchwistedt sollen als Standorte für Arbeitsstätten aufgenommen werden.

Bokel, das durch die Wiedervernässung des Großen Moores an Erholungswert gewonnen habe, sollte als Standort für Erholung aufgenommen werden.

In Stubben, das auf halber Strecke zwischen Bremerhaven und Osterholz-Scharmbeck liegt, sollen nicht nur Nahverkehrszüge, sondern auch der schnelle Regional-Express halten.

Schließlich soll Beverstedt wegen des Gewerbeparks in Wachholz als Standort für Gewerbe und Logistik aufgeführt werden.

Darin waren sich die Politiker einig. Nur über die Begründung des letzten Punktes gab es Streit. Während CDU und FDP die Küstenautobahn hervorhoben, die, so Sprecher Claus Götjen, „den Aufschwung fürs Gewerbegebiet bringen wird“, konnte die Mehrheit der SPD/Grünen/Dieck-Gruppe das nicht gelten lassen. Die Autobahn-Kritiker wiesen in ihrer Begründung auf die bereits bestehende gute Anbindung hin.

Ratssitzung

Heute Abend (19 Uhr, Lunestedt, Gaststätte „Deutsche Eiche“) beschäftigt sich der Samtgemeinderat mit dem Raumordnungsprogramm. Ein weiteres wichtiges Thema wird die Erhöhung der Kindergartengebühren sein.

Artikel vom 08.09.10 - 12:00 Uhr
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