
Biologisch bedingte grundsätzliche Unterschiede wie „Frauen wissen immer genau, was sie wollen, Männer jedoch, was sie nicht wollen“, lassen sich nur durch Humor überwinden. Den versprühte der Frauenversteher Schroth („Ich bin ein bekennender Hetero“) gut zwei Stunden lang im Übermaß mit einem so hohen Sprechtempo, dass einige Besucher in der Pause entnervt aufgaben.
Die bei Schroth zeitweilig gefühlte Fähigkeit, mindestens zwei Gedanken gleichzeitig ausdrücken zu können, ist mit normalem Hörvermögen leider nur begrenzt vereinbar. Man kriegt nicht alles mit, hat aber immer noch mehr als genug.
Auch wenn zum Geschlechterkampf schon alles gesagt zu sein scheint: Das sich wandelnde Selbstverständnis und -bewusstsein lassen immer wieder neue Deutungen der permanent bestehenden Missverständnisse zu. Als Vehikel dienen dem Ratgeber Schroth Frauenfragen, die ihm per Mail gestellt wurden. „Warum sind Männer so maulfaul?“. Oder „Warum verreisen Männer lieber mit ihrem Hund als mit einer Frau?“. Oder „Warum können Männer Schmutz nicht sehen?“.
Der Kabarettist holt aus seinem langjährigen Erfahrungs- und Bühnenschatz mit prallem Leben erfüllte Antworten, teils mit todernster Mimik wie Lehrsätze vorgetragen, teils herrlich anekdotisch ausgespielt. Im Frage-und-Antwort-Spiel mit Besuchern in der ersten Reihe werden fundamentale Erkenntnisse unmittelbar bestätigt: „Männer wohnen, Frauen rödeln“.
Außerdem: Die größte Gefahr für den simpel programmierten Mann ist das Beziehungsgespräch, denn Frau ist Mann überlegen. Sein binäres System kennt nur An oder Aus, Ja oder Nein, und biophysikalisch kann er laute Wortketten sowieso nur als Geräusch wahrnehmen. Obendrein haben Männer und Frauen ein Verständigungsproblem, weil sie „verschiedene Dialekte sprechen: Östrogen und Testosteron.“
Übrigens: Der Vorverkauf für die Wiederholung des Gastspiels am 18. Mai 2011 beginnt erst am 1. Dezember 2010. Männer und Frauen müssen sich also gemeinsam in Geduld üben.

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