
„Das sind Werte, die in einem astronomisch hohen Bereich liegen, ich kann mich nicht erinnern, jemals mit Blaulicht so schnell durch die Stadt gefahren zu sein“, sagt Polizeihauptkommissar Werner Stox. Solche Extremwerte stelle man verstärkt fest, weil jetzt auch auf Hauptverkehrsstraßen und nicht – wie zuvor – überwiegend in Wohngebieten gemessen wird. Es sind aber nicht nur die Ausreißer, die den Polizisten Sorgen machen. „Wir haben manchmal fast neun Prozent Trefferquote“, sagt Stox. Das heißt: Jeder zehnte Autofahrer ist zu schnell.
Die Polizei hat sich für dieses Problem einen Fünfjahresplan auferlegt. Darin ist das Ziel festgeschrieben, die Zahl der Unfälle auf unter 4000 zu drücken. „Bisher haben wir immer nur Jahresaktionen gemacht, haben in diesem Zeitraum viel kontrolliert und hatten dann wieder ein anderes Thema“, sagt Polizei-Sprecher Wolfgang Harlos. Das hätte kurze Zeit seine Wirkung gezeigt, „und dann merken wir wieder, dass die Unfallzahlen steigen.“
Die aktuellen Messungen folgen einem bestimmten Muster. „Wir haben eine Brennpunkt-Analyse gemacht, darauf basieren die Kontrollen“, sagt Jörn Müller, Leiter des Führungsstabes. Bei den Brennpunkten handelt es sich um Straßen und Zeiten, bei denen die Polizei in der Vergangenheit viele Unfälle festgestellt hat. Im Fokus stehen insbesondere Fahrer bis 25 Jahre, die zwei Drittel der Unfälle verursachen.
Mit den gestreuten Kontrollen will die Polizei das Thema stärker ins Bewusstsein der Fahrer rücken. „Wir versuchen, einen Schleier über Bremerhaven zu legen, damit sich keiner sicher sein kann, dass wir nicht kontrollieren“, sagt Müller. Stationäre Blitzer und häufige Kontrollen auf denselben Strecken hätten zwar eine gewisse Wirkung: „Die Strahlkraft endet aber 500 Meter vor und hinter dem Blitzer.“
Ob die Stadt dem Problem durch mehr fest installierte Blitzer Herr werden kann? Die SPD bezweifelt das. Die beiden Blitzer in der Stadt sind aus Sicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Sönke Allers ausreichend. „Das ist passend für das Stadtgebiet.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Paul Bödeker beklagt den Rückgang der Moral im Straßenverkehr. Seine Partei wolle ein neues Verkehrskonzept erarbeiten, bei dem die Bürger mit eingebunden werden sollen. Bei den Grünen wolle man zunächst das Gespräch mit der Polizei suchen und dann gegebenenfalls reagieren, sagte Grünen-Sprecher Ralf Holz.
Zum einen, weil der Fahrersitz nach dem Unfall nicht mehr verstellbar war – der Mann hätte die Rückbank auf diesem Wege also kaum verlassen können. Zum anderen, weil seine Verletzungen nicht zu den Verformungen des Autos passen. Das Heck sowie der hintere Teil des Innenraums waren komplett eingedrückt worden. Experten vermuten, dass eine Person auf der Rückbank den Unfall kaum überlebt haben kann. Der 23-Jährige hatte angegeben, dass eine Zufallsbekanntschaft den Wagen gesteuert hatte und danach geflüchtet sei. Das Experten-Gutachten ist nun dem Anwalt des Mannes zur Einsicht vorgelegt worden.
41 bis 50 km/h: 200 Euro, 4 Punkte und ein Monat Fahrverbot
Der Höchstsatz bei einer Überschreitung von 70 km/h beträgt 680 Euro, 4 Punkte und drei Monate Fahrverbot.
