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Wut bleibt – Kampfgeist auch

Bremerhaven. Die Wut ist groß, der Kampfgeist auch. „Wir werden nicht durch die Krise kommen, wenn wir nicht kämpfen“, sagte ein Arbeiter des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB) während der Demonstration am Sonnabend. Beim GHB verlieren 1000 Arbeiter ihre Jobs wegen des Umschlageinbruchs im Hafen.

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Die Parteien der Stadtverordnetenversammlung haben sich mit den Mitarbeitern des GHB solidarisch erklärt. Foto: ls

Von Lili Maffiotte

Das Komitee „Wir sind der GHB“ hatte die Demonstration organisiert. Der Stachel der Enttäuschung sitzt tief. „Danke Verdi für nix“ steht auf einem Transparent. „Nix hören, nix sehen, nix sagen“ prangt auf den T-Shirts der Demonstrierenden. Doch die Gewerkschaft ist für sie nur einer der Schuldigen. „Die Vorwürfe gegen den Betriebsratsvorsitzenden Peter Frohn sind ja nicht neu“, sagt Andreas Hoeborn vom Komitee. Der Funktionär soll angeblich jahrelang von Kollegen, denen er zu einem Job oder einer Weiterbildung verholfen hat, Geld kassiert haben.

Auch mit dem GHB-Sozialplan sind die Kollegen nicht einverstanden. Der sieht nicht nur vor, dass der Lohn von 13 Euro die Stunde auf 8 Euro schrumpft, sondern auch, dass manche dafür nach Bremen fahren müssen. „Da bekomme ich ja mehr Hartz IV“, ärgert sich Hoeborn, der von „versteckten Entlassungen“ spricht: „Für acht Euro fährt doch keiner nach Bremen.“

Zusätzliches Ärgernis: die Kriterien des Sozialplans. „Da dürfen jüngere Kollegen bleiben, weil sie Van Carrier fahren können, und die älteren schauen in die Röhre“, schimpft auch Peter Hinz vom Komitee. Dass Kollegen mit Zeitverträgen für diese Arbeit qualifiziert wurden, während Arbeitern mit Festverträgen diese Weiterbildung verwehrt wurde, ist für ihn mehr als ungerecht.

Zuspruch bekamen die Bremerhavener aus Bremen und Hamburg. An der Elbe gibt es auch einen GHB, „die Situation bei uns ist aber eine andere“, sagt Dieter, der seinen Nachnamen nicht nennen will. Beim Hamburger GHB gibt es seit 1999 einen Haustarifvertrag, der gerade in einen „Krisen-Haustarifvertrag“ verändert wird. So sollen Jobs gehalten werden. Ob der Hamburger über diese Art von Krisenmanagement froh ist? „Fürs Frohsein ist der Weihnachtsmann zuständig“, sagt der. Mehr nicht.

Artikel vom 31.08.09 - 08:21 Uhr
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