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„Wir wollen mehr mitreden“


Bremerhaven. Wie stehen die Parteien zur Schulentwicklung? Wollen sie das Lloyd-Gymnasium erhalten? Und wie stellen sie sicher, dass Eltern, Schüler und Schulen beteiligt werden? Das wollte das Bündnis „Eine Schule für alle“ wissen und schickte den Politikern einen umfangreichen Fragebogen. Von Denise von der Ahé


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„Es gibt drei zuversichtliche Aspekte der Umfrage“, sagt GEW-Landesvorstandssprecher Bernd Winkelmann. „Parteiübergreifend wird nicht angezweifelt, dass die Fortbildung der Lehrer notwendig ist.“ Zudem werde die Frage aufgeworfen, ob der Zeitplan für die Schulreform zu ehrgeizig sei. „Außerdem wird anerkannt, dass Ressourcen ausreichend vorhanden sein müssen.“

Kritisch bewerten GEW und Zentralelternbeirat (ZEB) hingegen die Antworten der Parteien zur Beteiligung der Betroffenen. „Erschreckend ist, dass die CDU sagt: Die Beteiligung ist gewährleistet“, kritisiert Winkelmann. Dabei fielen die Entscheidungen woanders.

Inhaltliche Beteiligung

„Wir wollen hingegen eine inhaltliche Beteiligung von Schülern, Eltern und Lehrern“, fordern die ZEB-Vorsitzenden Eva Tiedge und Uwe Linke. Dafür werde eine neue gesetzliche Grundlage gebraucht. Linke: „Das sieht man jetzt an den Schülerprotesten gegen das Turbo-Abitur: Wären sie im Vorfeld beteiligt worden, wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen.“

Beim Lloyd-Gymnasium zeige sich der Widerspruch innerhalb der SPD. Während sich die Sozialdemokraten auf ihrem Parteitag für „Eine Schule für alle“ ausgesprochen hätten, würden sie sich nun nicht so richtig an das Lloyd-Gymnasium herantrauen, sagt Winkelmann. So antwortet die SPD: „Das Lloyd-Gymnasium soll sich im Rahmen des Schulgesetzes und des Schulentwicklungsplanes der Verbesserung von Unterricht stellen.“

„FDP-Forderung chaotisch“

„Die FDP ist für eine völlige Freigabe der Schulentwicklung für die jeweilige Schule. Das halte ich für absolut chaotisch“, betont Winkelmann. SPD und CDU haben sich darauf geeinigt, erst nach der Kommunalwahl 2011 über die Zukunft des Lloyd-Gymnasiums zu entscheiden. Das Bündnis würde es hingegen gerne sehen, wenn sich auch das Gymnasium zur Oberschule wandeln würde. „Das Schulgesetz ist in sich selbst ein Widerspruch“, so Winkelmann und Tiedge. Einerseits schreibe es eine inklusive Schule fest, in der behinderte und nichtbehinderte Schüler gemeinsam unterrichtet würden, anderseits gebe es ein Zwei-Säulen-Modell mit Oberschule und Gymnasium. „Egal wie das Lloyd-Gymnasium zugeschnitten wird: Auch für die Kollegen dort muss es eine sinnvolle Fortbildung geben“, fordert Winkelmann. Es sei geplant, das Gymnasium bei der Fortbildung ab Herbst einzubeziehen, so Schuldezernent Dr. Rainer Paulenz (SPD) dazu auf Nachfrage.

Ein Dorn im Auge ist dem Bündnis der Informationsfluss beim Thema Inklusion. Laut Gesetz können Eltern behinderter Kinder zunächst wählen, ob sie ihr Kind auf ein Förderzentrum oder die Regelschule schicken. „Die Eltern sind nicht mal informiert über die neuen Möglichkeiten“, kritisiert Tiedge. Die Kapazitäten dafür müssten erst geschaffen werden, sagt Paulenz. Das sehe auch das Gesetz vor. Im Sommer werde die Georg-Büchner-Schule II mit der Inklusion beginnen. Die übrigen sollten dann zum Schuljahr 2011/2012 folgen, wenn die Oberschulen starten.

Artikel vom 09.03.10 - 11:00 Uhr
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