Morgen, Donnerstag, ist ein wichtiger Tag für die Sparkassen in Stadt und Land. Morgen sollen die Bremerhavener Politiker in ihrer Stadtverordnetenversammlung darüber sprechen, ob es Fusionsverhandlungen zwischen der Stadtsparkasse Bremerhaven und der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln geben soll.
Beide Geldinstitute sind in etwa gleich groß, haben also in etwa mit zwei Milliarden Euro den gleichen Umsatz, und haben beide je rund 500 Mitarbeiter. Verhandlungen wären also auf Augenhöhe möglich. Wenn es denn überhaupt zu Verhandlungen über eine Fusion kommt.
Sollte es keine Verhandlungen über eine Fusion geben, dann würden beide Geldinstitute nach Meinung von Finanzexperten eine große Chance verpassen. Warum?
Banken und Sparkassen befinden sich seit mehreren Jahren in einem deutlich verstärkten Wettbewerb. Das bedeutet, sie haben einen sehr viel stärkeren Druck im Markt. Zum einen gibt es eine deutlich größere Konkurrenz durch die zahlreichen Direktbanken, die ihre Leistungen über das weltweite Internet anbieten. Zum anderen müssen Banken und Sparkassen bei der Vergabe von Krediten deutlich mehr Eigenkapital nachweisen als noch vor Jahren. Dieser von der Bankenaufsicht geforderte Nachweis fiele einer fusionierten Sparkasse deutlich leichter.
Und das wiederum könnte Auswirkungen auf die Wirtschaft in der Region haben. Ein gutes Beispiel dafür ist die wachsende Windenergie-Wirtschaft, in der derzeit in der Stadt und auch im Landkreis viele neue Arbeitsplätze entstehen. Für eine fusionierte Sparkasse wäre es deutlich einfacher, wichtige Projekte des Mittelstands – etwa in der Zuliefererbranche – mit Krediten zu unterstützen.
Claus Brüggemann, der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse, sagt: „Eine Fusion würde auch realpolitisch sinnvoll sein.“ Er meint damit, dass Entscheidungen auch über wirtschaftliche Ansiedlungen von Firmen in Stadt und Land getroffen werden können – „und nicht in Frankfurt“, wie Brüggemann sagt.
So sieht das auch sein Kollege Dr. Götz Pätzold von der Kreissparkasse. Pätzold sagt auch: „Eine Fusion sichert auch Arbeitsplätze.“ Es sei ausgemachte Sache zwischen Stadt und Land, dass die Fusion nicht dazu dienen soll, Arbeitsplätze abzubauen. Pätzold sagt: „Wir könnten mit mehr Mitarbeitern mehr Qualität liefern.“
Beide Sparkassen sagen auch, dass mit einer Fusion auch die Zahl der Bankautomaten und Geschäftsstellen möglichst lange erhalten werden könne. Geschäftsstellen, gerade in der Fläche, verursachen hohe Kosten für alle Banken.

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