Von Ingrid Zöllner
Wer das Gebäude betritt, muss erst einmal in der großen Einganghalle innehalten, um die Architektur auf sich wirken zu lassen. Der zweite Blick dient der Orientierung. Schnell wird klar: Für das Klimahaus braucht man Zeit. Denn die große Fläche und die verschiedenen Bereiche haben so viele Exponate- und Filme, dass es sich durchaus lohnt, öfters ins Klimahaus zu kommen. Der Eintritt ist auf jeden Fall sein Geld wert.
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Gleich zu Anfang steht die Entscheidung an: Geht es direkt auf die Reise über den achten Längengrad oder doch zuerst in den Ausstellungsteil Perspektiven oder Elemente? Die Perspektiven beschäftigen sich mit dem Menschen, der Erde und der Klimaforschung, während die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft behandeln. Hier kann viel ausprobiert, werden, was gerade Kindern viel Spaß macht.
Die Rundreise auf dem achten Längengrad beginnt mit einem Film. Von Bremerhaven aus geht es mit dem Zug auf die Reise. Auf Schienen laufen die Besucher zur ersten Station: die Schweizer Alpen. Eine blaue und eine rote Erdkugel weisen den Weg. Wer nicht so mobil ist, sollte der roten Kugel folgen; der Weg ist für gehbehinderte Besucher gedacht.
Fotos und Filme vermitteln in jeder Station einen Eindruck, wie es sich dort lebt. Menschen aus aller Welt lassen die Besucher an ihrem Alltag teilhaben und berichten zugleich von Wünschen, Ängsten und Hoffnungen.
Das Kuhrennen in den Schweizer Alpen belustigt Groß und Klein. Wie auf dem Jahrmarkt müssen Bälle in Löcher geworfen werden, damit die eigene Kuh so schnell wie möglich ins Ziel kommt. Weiter geht’s mit der Gipfelkletterei. Oben angekommen, wartet auch schon das Gipfelkreuz und ein Gästebuch. „Es ist toll hier“, „Die Reise hat begonnen“, „Sehr interessant“ sind nur einige der Einträge.
Über den Gletscher geht die Reise weiter nach Italien. Überdimensionale Gräser lassen den Menschen schrumpfen. So klein wie die Insekten, die dort gezeigt werden. Ein großer Schmetterling kann zum Beispiel mittels eines Seils zum Fliegen bewegt werden.
Bei der nächsten Station wird es richtig warm. Mit Niger zeigt sich das heiße Wüstenklima. Doch nicht nur optisch wird es warm. Die Temperatur ist tatsächlich höher. Auch im Dschungel und den Tropen wird es schwül und warm. „Ich bin hellauf begeistert“, sagt Peter Scharenberg aus Bremen. Er ist mit seinen beiden Kindern Chantal (12) und Philipp (8) nach Bremerhaven gekommen. „Es ist voll cool hier“, fndet Philipp. Er probiert gerade mit seiner Schwester die Trommeln in Kamerun aus. Vater Peter freut sich, dass das Thema Klima in der Ausstellung verständlich erklärt wird. „Ich bin wirklich dankbar, dass es das Klimahaus gibt“, meint er.
Das Klimahaus ist wirklich etwas Besonders. Je nachdem, in welchem Land man sich befindet, ist dort auch das entsprechende Klima inszeniert. In der Antarktis wird es richtig eiskalt. Dort trifft der Besucher auf echtes Eis. Gutes Schuhwerk und ein stabiler Kreislauf sind im Klimahaus aber auch vonnöten. Der ständige Wechsel kann einem durchaus zu schaffen machen.
Je nach Ort verändert sich auch die Bodenbeschaffenheit. In der Wüste liegt Sand, in der Arktis muss man aufpassen, nicht auf Eis zu rutschen. In Alaska bedecken Kiesel den Boden.
Ein Erlebnis ist die Atmosphäre. Wer den „Himmel“ betritt, bekommt einen unglaublichen Sternenhimmel, bestehend aus Leuchtdioden, zu Gesicht. Fast jeder Besucher, der den Raum betritt, zückt seinen Fotoapparat, um den Eindruck festzuhalten. „Es ist wirklich bombastisch“, sagt Hubert Tegeler aus Twistringen. Seine Frau Lena ist ebenfalls begeistert. „Wir sind drei Tage in Bremerhaven. Das Klimahaus ist einfach ein Muss“, sagt sie und lacht.
Mit Samoa, Alaska und der Hallig Langeneß endet die Reise auf dem achten Längengrad. Sehenswert ist sie auf jeden Fall. Bremerhaven hat mit dem Klimahaus eine neue und spannende Attraktion gewonnen.
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