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Villa hat ihren Charme nicht verloren


Wulsdorf. Die Villa Dohrmann erstrahlt in altem Schick. Nach monatelangem Um- und Anbau ist das neue Umwelt- und Bildungszentrum fast fertig. Drinnen müssen noch ein paar Kleinigkeiten eingeräumt werden, draußen pflastern Arbeiter die letzten Flächen rund um den Gebäudekomplex. „Bis zur Eröffnung am 6. Juli ist das alles erledigt“, sagt Projektleiterin Tatjana Bruns. Von Jürgen Rabbel


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Ein Marktplatz wird vor der Villa angelegt. Dort sollen künftig in unregelmäßigen Abständen regionale Waren angeboten werden. Fotos bel

„Die Villa hat ihren Charme behalten“, freut sich Stadtbau-Chef Wolfgang Ehlers. „Wer von der Straße aus guckt, ahnt kaum, dass der Altbau um einen viel größeren Anbau erweitert wurde“, so der Architekt. Die Verknüpfung von altem und neuem Gebäude sei nicht nur optisch gelungen, sondern auch bei der Wärmedämmung. „Die neuesten Richtlinien wurden im Alt- und im Neubau angewendet.“

Über den neuen Treppenaufgang gelangt man in das Bildungszentrum. Im Altbau untergebracht sind zwei geräumige Seminarräume für die Erwachsenenbildung sowie im Obergeschoss zwei Büros und zusätzliche Sanitäranlagen.

Atrium lichtdurchflutet

Eine Glastür trennt Alt- von Neubau. Erste Station: das lichtdurchflutete Atrium. „Es ist hervorragend für Vorträge geeignet“, unterstreicht Ehlers. Nach links ab geht eine geräumige Küche mit zwei Kochstationen sowie verschieden hohen Arbeitsflächen, „damit Kinder, Erwachsene und auch Menschen mit Behinderungen hier arbeiten können“, sagt Bruns. „Anbieten werden wir Kurse für gesunde Ernährung in den unterschiedlichsten Variationen.“ Teller und Tassen stehen schon in den Schränken. „Pfannen und Töpfe kommen in den nächsten Tagen“, so Bruns.

Auf der anderen Seite des Atriums führt eine Tür in den Projektraum. Dort ist alles eine Nummer kleiner ausgelegt – nämlich für Kinder zwischen 3 und 8 Jahren. „Mikroskope, Kescher, Bollerwagen, Pinzetten – schon alles da“, freut sich Bruns. „Selbst ein paar Forscherzelte, die wir bei Erkundungstouren an den Baggersee mitnehmen können.“

Nicht nur eine neue Einrichtung, sondern auch einen neuen Namen hat die Villa Dohrmann erhalten: „Die Villa – ein Ort für Begegnung mit der Natur“. Dass der Name dabei Programm sein soll, wird auch beim Blick in die Außenanlage klar. Abgesehen von der Autobahn-Schallschutzwand an der Ostseite des insgesamt rund 10 000 Quadratmeter großen Areals, liegt die Villa nämlich komplett im Grünen. Hinter dem Seminargebäude schließen sich eine Terrasse sowie steinerne Sitzgelegenheiten neben einem Steinbackofen und unter Bäumen an. „Einen Kräutergarten werden wir hier auch noch anlegen“, betont Bruns. „Und dort ist der Teich“, zeigt die Biologin nach Süden. „Da können wir keschern.“

Kartoffeln und Bohnen

Über einen geschwungenen Weg geht es zum Rondell, dem Gemüsegarten. In den Beeten wachsen Kartoffeln, Bohnen, Erbsen und Tomaten. „Und Wildkräuter“, sagt Bruns und zupft dabei gleich einige unerwünschte Pflanzen heraus. „Da werden wir bis zur Eröffnung noch mal tüchtig jäten müssen.“ Ein paar Meter weiter stehen jede Menge Brennnesseln. Die werden da auch bleiben. „Die lassen sich prima thematisieren“, stellt Bruns klar. „Brennnesseln sind nicht nur eine Schmetterlingsweide, sondern auch gut als Salat und Tee oder als Brennnesseljauche zu nutzen.“

Ein festes Programm soll es nur für drei Monate geben. „Wir wollen möglichst flexibel bleiben. Die Angebote sollen sich entwickeln“, betont Bruns. Dabei seien Impulse von außen nicht nur wichtig, sondern sogar erwünscht. Insbesondere hofft sie auf eine starke Beteiligung aus den Stadtteilen Wulsdorf, Grünhöfe und Surheide als direkte Nachbarn.

Neben speziellen Kursen für Kindergärten und Schulen „wollen wir Umweltbildung zum Anfassen für alle bieten“, unterstreicht Bruns. „Natürlich auch für Erwachsene, unter anderem zum Thema ökologisches Bauen.“ Angestrebt werden aber auch Veranstaltungen, bei denen Kinder mit ihren Eltern das Abenteuer Natur gemeinsam erleben können. „Starten werden wir mit mehreren Angeboten im Ferienprogramm“, so Bruns.

Auf einen Blick

Projekt? „Die Villa – ein Ort für Begegnung mit der Natur“

Wo? Vieländer Weg 166

Einblick? „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, 15. Juli, von 10 bis 18 Uhr mit einem Markt für Bioprodukte, Kleintierschau und Mitmach-Angeboten für kleine und große Besucher.

Geplante Angebote? Kurse zu den Themen Garten, Wasser, Wald, Wiese und Natur, gesunde Ernährung und Baubiologie.

Zielgruppe? Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Betreiber? Arbeitsförderungs- Zentrum (AfZ)

Ansprechpartner? Tatjana Bruns, 01 62/2 48 80 74

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Der Anbau hinter der Villa ist von der Straße aus kaum zu sehen. An die Terrasse schließen sich steinerne Sitzgelegenheiten unter Bäumen an.
Artikel vom 03.07.12 - 12:00 Uhr
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