Ein Schiff nach dem anderen sendet am 16. Februar SOS. Das Radioprogramm wird ständig durch neue Warnmeldungen unterbrochen. Erst wird vor einer Sturmflut, am Ende vor einer Orkanflut gewarnt. Alarmstimmung an der Küste. Alle neuralgischen Punkte am Deich zwischen Bremerhaven und Cuxhaven werden ständig kontrolliert. Polizei und Feuerwehr bereiten sich auf eine lange Nacht vor. Die Menschen hinter dem Deich auch. Manch einer überlegt, ob er hoch genug wohnt. „Wie weit könnte das Wasser steigen, wenn der Deich bricht“, schießt es vor 50 Jahren Elfriede Schmalstieg durch den Kopf, während sie gerade ihren knapp zweieinhalb Monate alten Sohn auf dem Arm hält. Damals wohnte die heute 86-Jährige mit ihrer Familie in der Schifferstraße in Mitte. Dritte Etage.
Inzwischen ist auch NZ-Reporterin Herma Wetzel unterwegs, um sich am Deich in Höhe des Wasserstandsanzeigers ein Bild von der Situation zu machen. „Der Sturm trieb Gischt über die Deichkrone. Im Dunkeln sah ich nicht, dass im Wegbelag ein Stück ausgewaschen war“, erzählt die heute 81-Jährige. „Ich fiel hin. Die Gischt ging über mich drüber. Patschnass rappelte ich mich auf. Ich hatte Angst.“
Aber nicht nur in Bremerhaven kämpften Hunderte am Deich. In Land Wursten erreichte eine Hiobsbotschaft nach der anderen die provisorische Einsatzleitstelle in Wremen. An zig Stellen hatten Brecher den Boden aus dem Deich gerissen. Die Kutter in den Häfen am Wremer und Dorumer Tief waren ein Spielball des Orkans. Sie wurden an den Deich geworfen.
Um 2.45 Uhr heißt es dann im Funkprotokoll von Polizei und US Army: „Unmittelbare Gefahr vorüber. Die Masse der US-Soldaten abberufen.“ – Glück gehabt. Die Deiche konnten gehalten werden, und Bremerhaven blieb Dank des Sturmflutsperrwerks in der Geeste von einer Katastrophe verschont. Das wahre Ausmaß der Schäden wurde erst am Tag danach richtig deutlich. Der Einsatz am Deich war noch lange nicht beendet.
Hamburg hatte weniger Glück. Dort brachen an 60 Stellen die Deiche. Das Wasser überschwemmte nicht nur weite Teile des Stadtgebietes, sondern brachte auch den Tod für 315 Hamburger.
Wer? Hinrich Gravert, ehemaliger Leiter des Hansestadt Bremischen Amts, berichtet aus eigener Anschauung sowie anhand historischer Quellen in Wort und Bild.
Wann? Donnerstag, 16. Februar, 19.30 Uhr.
Wo? Deutsches Schiffahrtsmuseum, Hans-Scharoun-Platz 1
Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell
Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.