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Unser Klimabüro wird ein Sprachrohr

Bremerhaven. Wie sich der globale Klimawandel auswirkt, soll bis auf die Ebene von Landkreisen und Städten vorhersagbar werden. Das ist Ziel des Projektes Reklim, zu dem sich acht Forschungsinstitute der Helmholtz-Gesellschaft zusammengeschlossen haben. Die Ergebnisse des 32 Millionen Euro teuren Forschungsvorhabens sollen 2013 vorliegen. Mit Projektleiter Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut sprach darüber Ursel Kikker.

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Prof. Peter Lemke vom AWI hat schon am Bericht des Weltklima-Rates mitgeschrieben. Er fordert, dass sich die Länder beim Klimagipfel endlich zu konkreten Klimaschutz-Maßnahmen durchringen. Foto AWI

Sagen Sie eines Tages den Deichverbänden, dass ihre Deiche zu niedrig sind?

Wir werden den Deichverbänden sagen, um wie viel der Meeresspiegel mit welcher Wahrscheinlichkeit ansteigen wird. Unsere Ergebnisse sollen Entscheidungsgrundlage sein, wie Regionen sich an den Klimawandel anpassen können. Wir wissen von unseren Klimamodellen ganz gut, wie sich das globale Klima entwickeln wird.

Doch das nützt einem Obstbauern im Alten Land wenig. Er muss wissen, was sich vor seiner Haustür verändert. Es gibt Abzeichen dafür, dass in Deutschland die Sommer trockener und die Winter feuchter werden.

Wie erreichen Sie Schärfe? Sie streben Planquadrate an, die nur wenige Kilometer Seitenlänge haben – wenn überhaupt.

Es kommt darauf an, worauf wir abheben. Für die gesamte Arktis wird der Ausschnitt sicherlich größer sein, aber zum Beispiel im Alpenraum wollen wir eine kleinere Skala anlegen. Wir werden bestimmte Phänomene genau beobachten, Niederschlagsmuster zum Beispiel, und weitere Messprogramme durchführen. Die Informationen daraus geben wir an die globalen Klimamodelle zurück, um sie weiter zu optimieren. Es gibt bereits regionale Klimamodelle, aber die detaillierte Kopplung im Klimasystem ist noch nicht erfolgt.

Einige Prozesse sind noch nicht ganz verstanden. Welche Folgen das Auftauen des Permafrostbodens hat, ist ein Beispiel dafür. Wie gehen Sie damit um?

Wir haben verschiedene Fragestellungen formuliert, die wir eingehend untersuchen. Dazu gehört auch der tauende Permafrostboden.

Unser größtes Problem aber ist, dass wir nicht wissen, wie viel Kohlendioxid die Menschen in Zukunft in die Atmosphäre entlassen werden. Das sind gesellschaftliche Entscheidungen, die können wir nicht voraussagen.

Was bedeutet Reklim für das AWI in Bremerhaven?

Wir werden eine Reihe von Wissenschaftlern einstellen, die uns helfen, solche Fragen zu beantworten – im nächsten Jahr acht Mitarbeiter. Unser Klimabüro, das wir vor kurzem am AWI eingerichtet haben, wird mit den Ergebnissen gefüttert. Es wird sozusagen für uns das Sprachrohr.

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Zu den globalen Klimamodellen sollen aussagekräftige regionale Vorhersagen kommen. Damit könnten auch Bremerhavener konkret für ihr Stadtgebiet erfahren, was sich in Zukunft ändern wird. Montage Rosenbohm
Artikel vom 23.11.09 - 15:00 Uhr
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