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US-Investor rettet Windradbauer

Bremerhaven. Der zahlungsunfähige Windradhersteller Innovative Windpower ist gerettet. Gestern unterschrieb der US-Finanzinvestor DBO den Kaufvertrag für das Unternehmen. Als DBO Windpower GmbH soll es eine fertig entwickelte 1,25-Megawatt-Windenergieanlage in Serie produzieren und vermarkten. 150 neue Arbeitsplätze könnten so in Bremerhaven entstehen.

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Auf dem ehemaligen GHH-Gelände in Nordenham dreht sich seit Monaten der „Falcon“-Prototyp . Die dort geplante Produktionshalle soll jedoch in Bremerhaven gebaut werden. Foto hes

Es war eine Rettung in letzter Sekunde: Die verbliebenen 27 Mitarbeiter der Firmenzentrale im Technologiezentrum Timeport hatten ihre Kündigungen bereits in der Tasche, und Amtsgerichtspräsident Uwe Lissau formulierte schon die Pressemitteilung, mit der er das Scheitern der siebenmonatigen Investorensuche verkünden wollte. „Wir haben wirklich nicht mehr an ein glückliches Ende geglaubt“, sagt er.

Da erreichte seinen Insolvenzverwalter Gerrit Hölzle ein Anruf im Urlaub: Der US-Finanzinvestor DBO Private Equity Inc. – einer von rund 100 potenziellen Investoren, mit denen der Sanierungsexperte in den letzten Monaten gesprochen hatte – verkündete plötzlich sein Interesse an einer Übernahme der jungen Bremerhavener Firma. Die Anfang des Jahres gegründete Investmentgesellschaft will sich auf die weltweite Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien spezialisieren.

„Der Investor bringt ein Windparkprojekt in Südeuropa mit“, sagt Hölzle. Für diesen Windpark allerdings wird DBO Windpower seine eigene 1,25-Megawatt Anlage vom Typ „Falcon“ noch nicht einsetzen können. Bislang gibt es davon nämlich erst einen Prototypen in Nordenham. „Die Anlage zeigt exzellente Leistungen, aber bis zur Serienreife müssen mindestens weitere 20 Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt werden“, sagt Hölzle.

An dieser Hürde war Innovative Windpower zerbrochen – mehr als 30 Millionen Euro Kapital waren verbrannt, ohne dass die Serienfertigung in greifbare Nähe gerückt war. Und auch die Investorensuche gestaltete sich wegen der schwierigen Finanzierung schwierig. „Die Lage der Windindustrie ist im Moment nicht so rosig, wie es nach außen erscheint“, sagt Hölzle. Die Aktienkurse vieler Hersteller sind eingeknickt, und die Banken bleiben skeptisch: „Sie bekommen praktisch erst Geld, wenn Sie 20 Anlagen haben, die zwei Jahre fehlerfrei gelaufen sind.“

Weitere Prototypen geplant

Deshalb will DBO Windpower jetzt zunächst weitere Prototypen und Vorserienmodelle bauen und testen. Dies soll in einer gemieteten Halle in Nordenham passieren. Für die Serienfertigung jedoch sucht DBO ein Grundstück am Firmensitz Bremerhaven. Ein in Nordenham bereits gekauftes 37 000-Quadratmeter-Areal soll wieder verkauft werden. „Da gibt es Interessenten“, versichert Hölzle. Ausschlaggebend für die Entscheidung pro Bremerhaven sei gewesen, dass man den „Pendelverkehr über die Weser“ zwischen Firmensitz und Produktionsstätte vermeiden wolle.

Entwickelt worden ist die Anlage für den Einsatz in Schwellen- und Entwicklungsländern von zwei Bremerhavener Ingenieuren. Mit diesen liegt der Insolvenzverwalter nun im Rechtsstreit. (cb)

Artikel vom 07.09.10 - 12:00 Uhr
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