Als der Verein 1862 gegründet wurde, war der Sport noch reine Männersache. Erst 34 Jahre später wurde der Sportbetrieb auch für Frauen geöffnet. Damals ein absolutes Novum. „Wer die Gründungsväter waren, ist leider nicht dokumentiert“, bedauert Schwebe. „Ebenso wenig das genaue Datum.“
Bereits vier Jahre nach seiner Gründung schloss sich der GTV mit dem „Männer-Turnverein zu Geestendorf“ zum GGTV zusammen, dem „Geestendorf Geestemünder Turnverein“. Für ihre Übungen trafen sich die Sportler im Sommer unter freiem Himmel, während der Wintermonate turnten sie im Bremermannschen Saal in der Mühlenstraße 11. Der Zusammenschluss zahlte sich aus. Als der Verein 1882 die erste Turnhalle Geestemündes am Holzhafen einweihte, zählte der GGTV bereits 188 Mitglieder.
1890 nennt sich der Verein in GTV um, und bildete nach der Vereinigung der beiden Orte Geestendorf und Geestemünde aus seinen Mitglieder eine Freiwillige Turner-Feuerwehr. Mit dem Anstieg der Bevölkerung wuchs auch die Mitgliederzahl im GTV. Schließlich öffnete sich der Verein 1896 auch für Mädchen und Frauen. Ein Hoch erlebte der GTV in den 1920er Jahren. Zu den bestehenden Turn- und Schwimmabteilungen kamen Fuß- und Handball sowie Leichtathletik und Tennis hinzu.
Während der beiden Weltkriege wurde der Sportbetrieb etwas zurückgefahren. Erst als 1944 die Turnhalle am Holzhafen durch Bomben zerstört wurde, kam das Vereinsleben zum Stillstand – bis zur „Wiedergeburt“ 1948. Nachdem der GTV sich zunächst auf fremden Plätzen einmieten musste, zog der Verein 1954 auf den neuen Sportplatz im Bürgerpark. Das Geld aus dem Verkauf des Vereinsgrundstücks am Holzhafen floss in den Vereinsheimbau, der 1957 eingeweiht wurde.
Im Verlauf der Jahre hat sich das Einzugsgebiet der GTV-Mitglieder verändert. „Heute nutzen Sportler aus dem gesamten Stadtgebiet unsere Angebote“, sagt Schwebe. Ähnlich wie andere Vereine auch, hat der GTV allerdings mit Mitgliederschwund zu kämpfen. „Die Talfahrt begann 1990. Damals hatten wir noch 3000 Mitglieder“, berichtet Schwebe. „Heute sind es noch 1600.“ Gelitten haben in dieser Zeit alle der elf Sparten. „Unsere Leichtathletik-Abteilung lag vor acht Jahren sogar komplett brach. Aber sie konnte durch Einzelsportler und mit einer guten Trainerarbeit im Jugendbereich erfolgreich wiederbelebt werden“, freut sich Schwebe.
Aushängeschilder des GTV sind neben den Schwimmern und Sportschützen auch die wachsende Tischtennisabteilung. Am meisten Mitglieder hat nach wie vor mit 900 Sportlern die Turnabteilung. „Und seit dem Saisonbeginn haben wir auch eine Frauenfußball-Mannschaft.“
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