Denn die Quartiere rund um den Vorhafen zählen zu den Sahnestücken. Hier sind schöne Häuser gebaut worden – mit Blick auf den Fluss und die Schiffe des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA). Hier geht aber auch die Angst um, dass man nach einer Überarbeitung des Hochwasserschutzes auf eine Spundwand Marke „Berliner Mauer“ schaut.
Im Wirtschaftsressort und Umweltressort fürchtet man nichts mehr als solche Diskussionen. „Kaffeesatzleserei“, sagt Holger Bruns, Sprecher des Wirtschaftsressorts, auf Nachfrage. Bislang gebe es keine Pläne, sondern nur eine Vorstudie, die die Hafengesellschaft Bremenports anfertigte. Dort sind im Kern zwei Varianten für das Sperrwerk thematisiert worden. „Aber noch ist vollkommen unklar, was am Ende einer langen Planungsphase herauskommen wird“, betont Bruns.
Muss überhaupt ein neues Sperrwerk gebaut werden? Bruns: „Alles andere wäre fahrlässig.“ Er verweist auf die große Gefahr, die ein Versagen des Hochwasserschutzes verursachen würde. Wilhelm Koldehofe vom Umweltressort sieht das anders: Das Geestesperrwerk müsse von 6,45 Meter auf 6,70 Meter erhöht werden. Das sind nur 25 Zentimeter. „Muss man da überhaupt was machen? Diese Frage klären wir gerade mit Niedersachsen“, sagt Koldehofe. Denn die Nachbarn müssen sich an den Kosten beteiligen. Und die 25 Zentimeter werden teuer. Das Sperrwerk unter der Kennedy-Brücke kann nicht erhöht werden, da ist kein Spielraum. Eine neue Barriere muss her. Geschätzte Kosten: „25 bis 35 Millionen Euro“, sagt Bruns.
Im Gegensatz zu einem Deich bricht laut Koldehofe ein Sperrwerk nicht ein, wenn das Hochwasser für kurze Zeit überschwappt. Kurze Zeit heißt: In der Spitze 15 Minuten. „Der Fluss hinter dem Sperrwerk kann das Wasser eine Zeit lang aufnehmen“, sagt Koldehofe. Aber er räumt ein: Besser wäre natürlich der umfangreiche Schutz. Da noch unklar ist, ob und welches Sperrwerk gebaut wird, ist laut Koldehofe auch unklar, wie rund um den Geestevorhafen der Hochwasserschutz verändert wird. Dazu gehört auch die Bussestraße. Hier muss der Deichschutz von sechs auf sieben Meter erhöht werden. In der Studie von Bremenports gibt es zwei Bauvarianten eines Sperrwerks.
Neubau unter einer erhöhten Kennedybrücke oder ein Neubau direkt vor der Brücke.
Neubau zwischen Geestekaje mit Weserterrassen und der Geestehalbinsel am Fähranleger.
Laut Koldehofe wird in den kommenden fünf Jahren nichts geschehen. Das Schwierigste packt man zum Schluss an. „Die Geeste ist der sensibelste Bereich, und jeder Bau muss städtebaulich vertretbar sein“, sagt Koldehofe.
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