Trotz dieser prekären Situation hat der Magistrat – wie es heißt zähneknirschend – den Beschluss gefasst, die drohende Insolvenz noch einmal abzuwenden. Neben den 70 000 Euro, die der Verein als direkten Zuschuss erhält, will die Stadt außerdem auf Forderungen in Höhe von 40 000 Euro verzichten. Mit diesem Betrag steht der OSC beim städtischen Betrieb Seestadt Immobilien und bei der Bädergesellschaft in der Kreide.
Im Gegenzug fordert der Magistrat vom OSC einen harten Sparkurs. Schon die Bürgschaft war mit der Auflage verbunden worden, dass der Verein seine Finanzen in Ordnung bringt. Steuermittel zur Abwendung einer Insolvenz sollen jedenfalls zum letzten Mal geflossen sein.
„Das ist ein einmaliger Zuschuss“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Rosche, „mehr gibt es nicht.“ Nach Ansicht seines CDU-Kollegen Paul Bödeker geht die Rettungstat auf Kosten des gesamten Sports: „Damit sind die Mittel, aus denen wir Zuschüsse gewähren, so gut wie verbraten.“ Laut Sportdezernent Wilhelm Behrens (CDU) bleiben für den Rest des Jahres nur noch 40 000 Euro in dem aus Wettmitteln gespeisten Zuschusstopf für Vereine übrig. „Schmerzlich wenig“, sagt er: „Viel ist damit nicht mehr machbar.“
Nach Auffassung von Bödeker ist es in solch einer kritischen Situation „völlig weltfremd“, wenn einige im Verein mit dem Aufstieg in die Fußball-Regionalliga liebäugeln. Sportlich wäre der OSC dazu als Tabellenführer der Bremenliga zwar durchaus in der Lage. Doch um in der höheren Klasse mitzuspielen, müsste auch das marode OSC-Stadion wieder hergerichtet werden.
„Wir haben insgesamt einen Sanierungsstau von 3,8 Millionen Euro“, sagt Vereinspräsident Jürgen Braun, der am Donnerstagabend für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt wurde. Die vor einer Woche beim Deutschen Fußballbund (DFB) in Frankfurt eingereichten Bewerbungsunterlagen für die Regionalliga hat er zwar mit unterschrieben. Ob die strengen Auflagen des DFB an die Spielstätten in der vierthöchsten Spielklasse allerdings erfüllt werden können, beurteilt er eher skeptisch.
„Im vergangenen Jahr haben wir circa 90 000 Euro minus gemacht“, stellt Braun fest. Deswegen habe er die beiden Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU um Hilfe gebeten. Mit den 110 000 Euro von der Stadt sei der Haushalt nun „mehr als ausgeglichen“.
Bis Ende September soll der OSC einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan vorlegen. „Gesucht werden noch ein, zwei finanzkräftige Sponsoren“, sagt Braun. Außerdem soll beim Personal gespart werden: „Wir hoffen, dass wir nicht wiederkommen müssen. Meine Hand will ich dafür aber nicht ins Feuer legen.“

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