
Die Tage der drei Hundevereine am Siebenbergensweg – Schäferhundeverein, Pudel- und Boxerklub – sind offenbar gezählt. Baustadtrat Volker Holm (CDU) bestätigt: „Ja, wir wollen die Hundevereine verlagern.“
Auf den Flächen im Parknorden soll bald ein öffentlicher Bewegungsparcours entstehen. Für die Hundeklubs wäre dann kein Platz mehr. Motorikpark statt Hundevereine? Demnächst wird sich der Bauausschuss der Sache annehmen.
„Wenn wir unser Gelände wirklich verlieren“, sagt etwa Boxerklub-Vorstand Uwe Bröckel (54), „dann können wir den Verein dichtmachen.“ Die drei Grundstücke befinden sich alle in städtischer Hand, sind von den Vereinen nur gepachtet. Die Verträge können beiderseits mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. „Darüber hat mit uns aber niemand gesprochen“, sagt Wilfriede Kölzer (64), Vorsitzende des Pudelklubs. „So, wie über alle Pläne, die uns betreffen.“
Die drei Vereine und ihre 120 Mitglieder stören sich an der Kommunikationspolitik der Stadt. Von den Ausgrenzungs-Plänen habe man nur zufällig bei einer Anwohnerversammlung erfahren, bei der es um die Pläne zum Durchgangsverkehr im Park ging. „Vorher hatten wir immer das Gefühl, dass man uns hier haben will“, sagt Kölzer.
In der Tat sendete die Politik zuletzt andere Signale an den Pudelklub. Erst in der vergangenen Woche hatte der Ausschuss für Sport und Freizeit dem Verein einen Zuschuss von 900 Euro gewährt, davon 400 Euro für neue Zäune auf dem Klubgelände. Bitter zudem: Noch kürzlich hatte der Verein sein Klubhaus zusätzlich in Eigenleistung für mehrere Tausend Euro saniert. „Und jetzt soll alles platt gemacht werden? Das kann doch nicht sein“, sagt Kölzer.
Für Baustadtrat Holm steht allerdings fest: „Eine exklusive Adresse wie ein Stadtpark ist kein geeigneter Standort für Klubhäuser.“ Er will die Vereinsgelände nicht nur überplanen, sie sollen auch auf Schwarzbauten überprüft werden. Es bestehe der Verdacht, dass nicht alles, was dort in der Vergangenheit entstanden ist, auch genehmigt worden war.
Für die Vereine steht ein Umzug aktuell aber nicht zur Debatte. Sie wollen sich sprichwörtlich auf die Hinterbeine stellen und für einen Verbleib kämpfen. Für diesen hatte sich zuletzt auch der CDU-Stadtbezirksverband Lehe ausgesprochen. Die Klubmitglieder wollen sich nun am Mittwoch versammeln und ihr weiteres Vorgehen besprechen.

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell
Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.