
Köln ist die einzige Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern, in der es anteilmäßig noch mehr Einbruchdiebstähle gibt als in Bremen und Bremerhaven. Das mag ein Grund dafür sein, warum das Landeskriminalamt des kleinsten Bundeslandes besonders hellhörig auf Berichte aus Großbritannien und den Niederlanden reagierte: Dort wird künstliche DNA zur Aufklärung von Eigentumsdelikten eingesetzt – und damit zur Abschreckung.
Lars van Beek, stellvertretender Chef der Schutzpolizei, erklärte vor dem Präventionsrat das Verfahren: Wertgegenstände wie Schmuck oder Computer werden mit einer unsichtbaren Flüssigkeit präpariert. Wer nach den Sachen greift, übernimmt Spuren der lange anhaftenden Substanz. Sie kann mit einem speziellen UV-Licht sichtbar gemacht werden. Andere Variante des Einsatzes: Beispielsweise auf Parkplätzen werden „trap cars“ – übersetzt etwa: Fallen-Autos – vorbereitet. Wer sich daran vergreift, bekommt eine DNA-Dusche.
Nächste Woche soll das Konzept für das Pilotprojekt in der Fachdeputation vorgestellt werden. „Ich rechne damit, dass es dieses Jahr noch umgesetzt wird“, sagt van Beek. Pluspunkt in seinen Augen: „Es ist bestechend einfach.“ Ein zentraler Punkt ist allerdings nach seinen Angaben noch nicht geklärt: Wer für die Kosten aufkommt. Die liegen pro Haushalt je nach Anbieter zwischen 60 und 120 Euro.
Diebe dadurch abzuschrecken, dass Eigentum klar zugeordnet wird, das hat die Ortspolizeibehörde schon einige Zeit lang versucht – durch eine Codieraktion, bei der neben Fahrrädern beispielsweise auch Handys gekennzeichnet worden sind. Das ist mittlerweile eingestellt worden. Van Beek: „Zu aufwändig.“
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