
„Ein Mitschüler von uns wurde auf einer Wiese von einer Wespenspinne gebissen. Die Spinne hat er in einem Behälter eingefangen und in die Schule gebracht“, erzählt der elfjährige Jan Ole. Getrieben von der Frage, ob die Wespenspinne durch die Klimaerwärmung nach Norddeutschland und eben auch nach Bremerhaven eingewandert ist, stand ihr Forschungsthema fest. Mit 31 anderen Arbeiten aus Bremerhaven ging das Projekt der drei Raabeschüler ins Rennen. Insgesamt waren 134 Arbeiten für „Schüler experimentieren“ angemeldet worden.
Im Sommer hatten sich die drei Jungforscher auf die Suche nach der Wespenspinne gemacht, deren Weibchen einen gelb-weiß gestreiften Hinterleib mit schwarzen Querbändern hat und deren Männchen hellbraun ist. Normalerweise ist das Tier in warmen Regionen wie Italien oder Spanien beheimatet. „Wir haben zum Beispiel im Fehrmoor gesucht. Dort haben wir 45 Wespenspinnen gefunden“, berichtet Jan Ole aus der Klasse 6a. Die drei fotografierten die Funde und meldeten alles der Oberen Naturschutzbehörde. „Der Sieg ist eine Motivation, weiter mitzumachen“, sagt Jan Ole.
Temperaturen auf der Spur
Gleicher Meinung ist die zweite Wettbewerbs-Siegerin aus Bremerhaven: Stefanie Tuchtenhagen untersuchte mit Hilfe von Petra Weller aus dem Alfred-Wegener-Institut, wie hoch die Wassertemperaturen in den vergangenen Jahrhunderten waren. Dazu nahm sie sogenannte Biomarkeruntersuchungen vor. „Mit dieser kaum beachteten Methode kann man schneller Oberflächenwassertemperaturen bestimmen. Mit herkömmlichen Methoden arbeitet man 100 Proben in einem Jahr auf, mit meiner angewandten Methode 3000“, erklärt die 14-Jährige aus der Johann-Gutenberg-Schule. Ihr Ergebnis: „Das Wasser im atlantischen Sektor des Südpolarmeeres war zum Beispiel vor 100 000 Jahren 24 Grad warm, heute dagegen 18 Grad.“ Stefanie meint, es hat schon früher den Klimawandel gegeben.
15 Arbeiten am Start
Bei „Jugend forscht“ gingen gestern 15 Arbeiten aus Bremerhaven an den Start. Platz 2 und 3 war am Ende zwar dabei, für einen Sieg und damit ein Ticket zum Bundesentscheid reichte es aber nicht.
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