
Über den Umbau war lange diskutiert worden. Den Grünen war er nach erster Planung mit 2,3 Millionen Euro zu teuer. Auch die Finanzierung über einen Topf, der zur Tilgung von Krediten gedacht war, passte dem SPD-Koalitionspartner nicht. In beiden Fällen setzten sich die Grünen durch. Die geplanten Wasserfontänen wurden gestrichen und der auch dadurch 400 000 Euro günstigere Umbau aus Rücklagen für die Havenwelten finanziert. Die Umgestaltung der Seebäderkaje war ein Ziel aus dem nachbearbeiteten Tourismuskonzept 2020.
Bereits im Mai, also in knapp zehn Monaten, soll der 12 500-Quadratmeter-Platz in neuem Glanz erstrahlen. Der Plan: Die Kaje soll gleichzeitig mit den Deicharbeiten und der Sanierung des Weserstrandbads fertig werden – ein mutiges Vorhaben.
Denn für die Pflaster- und Tiefbauarbeiten bleiben den Baufirmen nur zweieinhalb Monate. „Ab November“, sagt BIS-Bauplaner Thorsten Gens, „dürfen wir dort wegen der Flutsaison nichts mehr machen“. Die Fahnenmasten mit den blauen Topplichtern, die auch schon am Neuen Hafen stehen, sowie die Lichtanlage für die Zoomauer sollen daher erst im Frühjahr installiert werden.
Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) hatte die Auffrischung des Willy-Brandt-Platzes schon länger vorangetrieben. Einige Politiker sprachen deswegen hinter vorgehaltener Hand schon vom „Willy-Grantz-Platz“. „Die Seebäderkaje ist zu schade für einen Parkplatz“, so Grantz. Sie müsse zu einem Platz werden, auf dem man sich trifft. „Ein Platz, von dem man auf die Weser blickt und den Sonnenuntergang genießen kann“, so der OB. Zudem soll die Kaje zu einem anspruchsvollen Veranstaltungsort werden, vor allem im Hinblick auf die Sail 2015.
Das Konzept für die Umgestaltung stammt aus der Feder des Planungsbüros Latz+Partner, das bereits die Freiflächen in den Havenwelten gestaltet hatte. Blickfänge werden die bis zu 20 Meter langen Grafiken auf dem Platz, die aus der Luft – zum Beispiel von der Aussichtsplattform des Sail-City-Hotels oder auf Luftbildern – einen Fischschwarm bilden. Die Stadt erhofft sich davon einen Marketing-Effekt.
Rund um die Kaje werden elf Sitzbänke aufgestellt. Über das Design wird aktuell noch gegrübelt. Zur Entscheidung haben die Planer vier Prototypen anfertigen lassen. Zweifel am Fertigstellungs-Termin des Gesamtprojekts gibt es laut Grantz nicht. „Ich gehe davon aus, dass die Bremerhavener im Mai ihre gute Stube wieder haben.“ Eine Stube als Hingucker.
