
Treibende Kraft für das auf 1,5 Jahre angelegte Projekt ist der Gründungsstrukturen-Hersteller WeserWind. Erfunden werden solle kein neues Rostschutz-System, „sondern wir wollen eine Software entwickeln, mit deren Hilfe möglichst einfach der optimale Korrosionsschutz ermittelt werden kann. Maßgeschneidert auf den Standort“, betont Michael Fleige, Projektleiter Forschung und Entwicklung bei der Firma WeserWind.
Aber nicht nur jeder Standort im Meer hat seine besonderen Anforderungen, sondern auch jeder Bereich der stählernen Gründungsstruktur benötigt einen anderen Rostschutz. Nackter Stahl würde binnen weniger Monate so stark rosten, „dass die langfristige Standfestigkeit des Windrads beeinträchtigt werden könnte“, betont Iwes-Wissenschaftler Mario Hörnig. Insbesondere der hohe Salzgehalt des Wassers ist ein Grund dafür.
Aufgeteilt sind die Korrosionsschutz-Bereiche in fünf Zonen: Sediment-, Unterwasser- und Wasserwechsel-Bereich (Ebbe und Flut) sowie Spritzwasserzone und atmosphärischer Bereich. „Jede Zone wird anders durch die Umwelt beeinflusst“, erläutert Fleige. Während oberhalb des Wasserspiegels die Sonnenstrahlung auf den Schutzanstrich einwirkt, sind es unter der Meeresoberfläche Salzwasser und Mikroorganismen, die auf andere Art den Stahl korrodieren lassen. Und in der Spritzwasser-Zone können Wasser, Licht und Sauerstoff sowie anprallendes Treibgut oder anlegende Schiffe zum Abrieb der Schutzschicht führen.
Am Markt gibt es für die verschiedenen Korrosionsschutz-Anforderungen unterschiedliche Systeme. Oft fehlen bei den Herstellern, Betreiberfirmen und Energiekonzernen jedoch Langzeiterfahrungen oder die Ressourcen, innovativen Korrosionsschutz selbst zu entwickeln. Hier kommt das Projekt ins Spiel, an dem die Unternehmen WeserWind, Strako, MareTex sowie das Institut für Marine Ressourcen (Imare) und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) beteiligt sind.
Untersucht werden soll zum Beispiel, ob sich neuartige Systeme überhaupt miteinander vertragen. Wichtig dabei sei auch, dass der Korrosionsschutz bei in Serie gefertigten Gründungsstrukturen wie bei WeserWind mit möglichst wenig Aufwand aufgetragen oder installiert werden kann.
Einen hohen Stellenwert hat im Forschungsprojekt auch die Umweltbeeinflussung der verschiedenen Korrosionsschutzsysteme. „Wir wollen versuchen, nicht nur eine effektive, sondern auch eine die Umwelt schonende Schutzvariante zu ermitteln, damit grüne Energiegewinnung letztendlich auch wirklich grün ist“, sagt Hörnig.
Ziel? Die Entwicklung einer Software, die die Auswahl von Korrosionsschutz für bestimmte Standorte von Windenergieanlagen vereinfacht.
Wer? An dem Projekt beteiligt sind die Bremerhavener Unternehmen WeserWind, Strako, MareTex, das Institut für Marine Ressourcen (Imare) und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes)
Projektkosten? rund 280 000 Euro, davon 40 Prozent Fördermittel von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS mit Landesmitteln.
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