Julia Klein ist in die Stadtbibliothek gekommen, um Eltern und Erziehern Anregungen zu geben, wie man bei Kindern die Neugier für Bücher wieder wecken kann. Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen des Projekts Bücherkindergärten Bremerhaven. Dabei wurden zehn Betreuungseinrichtungen zu Bücherkindergärten gemacht. Ein Jahr lang werden sie kostenlos mit Büchern versorgt. Heute wird das zweite Bücherpaket überreicht.
„Ziel ist es“, sagt Klein, „die Geschichten aus den Büchern befreien.“ Wie das geschehen kann, verdeutlicht sie beim Erzählen einer Geschichte: Sie untermalt das Erzählte mit Mimik und Gestik, bindet das Publikum ein und weicht situationsbezogen vom Text ab. „Geschichten dürfen keine starren Regelwerke sein.“ Das schrecke Kinder ab. „Sie müssen lebendig werden, erfahrbar sein.“
Auch Eva Weiß lässt Geschichten zu Erlebnissen werden. Mit frechem Blick schaut sie über ihre kleine Rundbrille hinweg. „Es war einmal ein Vogel“, sagt sie und streicht mit einem Bogen behutsam über die Kniegeige, die sie zwischen den Knien hält. Die Figuren und Stimmungen ihres Märchens untermalt sie mit verschiedenen Instrumenten.
Eine Woche lang sind Eva Weiß und Julia Klein durch die zehn Lesekindergärten getourt. Die Erfahrungen, die sie dort mit den Kindern gemacht haben, seien vielversprechend. Auch Rolf Stindl ist sich sicher, dass das Projekt Bücherkindergärten ein Erfolgsmodell ist. „Von den 43 Kindergärten in Bremerhaven haben sich 30 für das Projekt beworben.“ Es sei dem Organisationsgremium schwer gefallen, nur zehn auswählen zu können. „Aber“, so Stindl, „bei so viel positiver Rückmeldung ist eine Weiterführung des Projekts im nächsten Jahr denkbar.“ Dann würden zehn weitere Kindergärten zum Zuge kommen.

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