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Schluss mit dem Geschepper?


Geestemünde. Die Sanierung der Elbestraße beginnt erst nach der Sail. „Wir wären mit dem ersten Bauabschnitt nicht wie geplant vor der Sail fertig geworden“, erklärt Baudezernent Volker Holm. Früher oder später – etlichen anliegenden Hauseigentümern sind die Ausbaupläne so oder so ein Dorn im Auge. „Wir werden zwar zur Kasse gebeten, haben aber kein Mitspracherecht“, beklagt auch Jürgen Torney. Von Susanne Schwan


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Jürgen Torney (links) und Klaus Roskamp sind sauer: Als Anlieger der Elbestraße sollen sie zwar für den Ausbau mitbezahlen, haben aber kein Mitspracherecht. Inwieweit die Bedenken der Bürger in die neue Planung eingeflossen sind, soll heute im Bauausschuss erläutert werden. Foto ls

Dass die noch im Herbst vom Stadtplanungsamt favorisierte Linksabbiegerspur aus der Columbusstraße nach Bürgerprotesten gerade „begraben“ worden ist, sei gut, meint der Eigentümer des Gründerzeithauses Nr. 44. „Aber Autos und Schwerlastverkehr scheppern trotzdem vor unserer Nase vorbei.“ Nachts um 4, bekräftigt Mieter Klaus Roßkamp, gehe das los, „jede Nacht. Das Haus bebt, Bilder fallen runter, die Mauern kriegen Risse.“

Sanierung mitbezahlen

Immerhin müssten sie laut Straßenausbaubeitrags-Ortsgesetz für die Sanierung mitbezahlen. „Wie viel, hat die Stadt noch gar nicht rausgerückt“, beklagt Annelies Schumacher, der die Häuser Nr. 40 und 42 gehören. Aber mit den anderen Hauseigentümern ist die alte Dame – seit 1956 lebt sie an der Elbestraße – einig: „Wir möchten den Grünstreifen von der Seite drüben zu uns hin verlegt haben, um Lärm und Erschütterungen abzufedern.“

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Auf der Ostseite des Abschnitts zwischen Ludwig- und Industriestraße solle, so Torney, der buschige Saum zwischen Fahrbahn und Radweg der Länge nach halbiert werden, um einer Fahrspur zu weichen. „Uns wurde zugesagt, dass unser Gehweg um gut einen Meter verbreitert wird, um die Autos von den Häusern ferner zu halten. Dann kann doch auch noch ein grüner Streifen dazu.“

Kann er nicht, widerlegt Dr. Henning Budelmann, Chef des Stadtplanungsamtes. Aus drei Gründen: „Lärmphysikalisch bringt das Grün nichts, es bleiben ja noch immer vier stark frequentierte Fahrspuren. Von hörbar reduziertem Lärm sprechen wir ab drei Dezibel weniger – dafür müsste sich der Verkehr halbieren.“ Zum zweiten sei es zu teuer, anstelle der Begrünung eine neue Fahrbahn zu bauen. Der Grünstreifen werde nur halbiert, um den Radweg zu verbreitern, „nicht, um die Fahrspur zu verlegen“. Drittens bestünden die Naturschützer auf dem Erhalt der Bäume. „Die Straße bekommt aber einen neuen, ebenen Belag, darauf scheppert es nicht so.“

„Wir wünschen uns noch mehr Gespräche und Aufklärung über den Bau und die Kosten“, macht Annelies Schumacher die Ungewissheit nervös. „Gibt es“, verspricht Baustadtrat Holm, „noch vor dem Baubeginn.“ Los gehe es mit Kanalbauarbeiten zwischen Elbinger Platz und Karolingerstraße. „Es wird drei bis fünf Jahre dauern, ehe wir ganz fertig sind.“ Das hänge mit der Verfügbarkeit der Bundesmittel zusammen – die machen 75 Prozent der geschätzten sieben Millionen Euro aus.

Die Hauseigentümer müssten, so Holm, mit etwa zehn Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche rechnen. „Abgerechnet werden muss aber erst vier Jahre, nachdem die Straße fertig ist. Da bleibt Zeit bis etwa 2018, um sich Geld dafür zurückzulegen.“


Artikel vom 12.03.10 - 14:00 Uhr
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